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Stehende Ovationen für Konzertmeister Volkhard Steude und Pianistin Almut Preuß-Niemeyer

Geigenglanz und Klavierkunst im Staatsarchiv

Bückeburg. Es stimmte alles exzellent beim Auftritt des Violinisten Volkhard Steude im gut gefüllten Staaatsarchiv: Sein souveränes, über technische Schwierigkeiten erhabenes Spiel, eine staunenswerte Artikulation und schießlich das hervorragende Zusammenwirken mit der Pianisten Almut Preuß-Niemeyer.

veröffentlicht am 18.06.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Dietlind Beinßen

Der 36-jährige Konzertmeister von den Wiener Philharmonikern war einer Einladung von Almut Preuß-Niemeier aus Rinteln zum gemeinsamen Konzert in der ehemaligen Residenzstadt gefolgt, und das Publikum durften somit zwei musikalische Sternstunden erleben, die mit Bravorufen, stehenden Ovationen und zwei Zugaben endeten. Farbenreiche Konturen erhielt zunächst Ludwig van Beethovens Sonate F-Dur, op. 24, die bekannte "Frühlingssonate". Da fehlte es weder an Feinsinn für alle Klanglandschaften - man denke an das Wechselbad im mitreißenden Scherzo- noch an immenser Ausdrucksintensität. In faszinierender Kunstfertigkeit und bestem Miteinander entfesselte das Duo zudem Erich Wolfgang Korngolds mehrschichtige, hochpointierte Episoden aus der Musik zu Shakespeares "Viel Lärmen um nichts", op. 11. Kleinodien wie "Mädchen im Brautgemach", "Holzapfel und Schlehenwein", "Gartenszene" oder "Mummenschanz" besaßen dank dieser köstlichen Darbietung Biss und Würze und wirkten äußerst vitalisierend auf die Zuhörer. Nach der Pause zogen die musikalisch ideal zueinander passenden sympathischen Solisten das Auditorium mit Franz Schuberts buntem Kolorit der Sonate g-Moll, DV 408, in Bann, indem sie den vier Sätzen mit Kantabilität und Eindringlichkeit ihr jeweils ganz spezifisches Gesicht verliehen. Auch bei den sich anreihenden Kreisler-Piecen entdeckten die Experten Architekturen und Nuancen wie man sie selten vernimmt. Mit beeindruckender Technik und in sensiblem Aufeinandereingehen offerierten sie in "Liebesleid" und "Liebesfreud" charmant und schmeichelnd die bekannte Alt-Wiener Tanzweise, um dann dem "Caprice Viennois" allen technischen Klippen zum Trotz zauberhafte Töne und Rhythmen abzugewinnen. Ideale Balance zwischen Streich- und Tasteninstrument herrschte darüber hinaus bei den virtuosen Akrobatenkünsten von Maurice Ravels Konzertrapsodie "Tzigane", wo sich Volkhard Steudes brillante Passagen und Rhythmen ungarisch gewürzter Zigeunerweisen, bestechender Flageolets und raffinierter Bogeneffekte mühelos durchsetzten. Die Funken flogen, und die hingerissenen Gäste im Saal klatschte sich anschließend die Hände rot. Heute, Mittwoch, den 18. Juni, wiederholt das Paar die Programmfolge um 20 Uhr im Mindener Hotel Victoria.



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