weather-image
13°
Staatsrätin besucht "Residenz" / Immer mehr 100-Jährige

"Gehirn-Jogging ist ein gutes Mittel gegen Alzheimer"

Bad Eilsen (sig). Ungewöhnlicher Besuch in der "Residenz am Harrl": Am Sonnabend wurde dort eine Frau im Ministerrang erwartet, die bei der Landesregierung von Baden-Württemberg mit Stimmrecht am Kabinettstisch sitzt. Das ist die Professorin Dr. Claudia Hübner, in ihrem Land als Staatsrätin speziell zuständig für den demographischen Wandel und für Senioren. Zu den Besonderheiten dieser Rechtswissenschaftlerin gehört die Tatsache, dass sie diese Aufgaben ehrenamtlich übernommen hat.

veröffentlicht am 12.11.2007 um 00:00 Uhr

Staatsrätin Claudia Hübner

Eigentlich ist die 59-Jährige seit 1981 Professorin für Zivil- und Strafrecht an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Davor war sie nacheinander Staatsanwältin und Richterin. Auch dem Landtag von Baden-Württemberg hat sie etliche Jahre angehört. Sie war Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion fürden Ausschuss "Familien, Frauen, Weiterbildung und Kunst". In anderen Funktionen befasste sich die Politikerin vor allem mit der Lage der Kinder und jungen Menschen, aber auch der Senioren sowie mit dem Verhältnis zwischen den Generationen. Das war auch der Ansatz für CDU-MdL Dr. Joachim Runkel, sie zum Besuch von Senioreneinrichtungen in das Schaumburger Land einzuladen. Runkel: "Sie ist eine Expertin auf diesem Feld, und auch ich kümmere mich als stellvertretendes Mitglied der zuständigen Enquetekommission in Niedersachsen um diese Themenfelder. Da liegt ein solcher Erfahrungsaustausch nahe. Davon können beide Seiten nur profitieren." Ingemarie Bock, Chefin der "Residenz am Harrl", begrüßte die Gäste, zu denen zahlreiche CDU-Führungskräfte aus der Samtgemeinde und darüber hinaus gehörten. Bei der Führung durchs Haus, das derzeit fast komplett ausgelastet ist, wurde immer wieder der Sachverstand der Staatsrätin deutlich. Sie stellte gezielte Fragen und zeigte sich angetanvon der in der "Residenz" gebotenen Pflege. "Wir wollen ein offenes Haus, in dem die Menschen das machen können, was sie gern wollen; wenn jemand allein sein möchte, bringen wir ihm auch das Essen ins Zimmer", informierte Bock die Staatsrätin. 70 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Senioren in der "Residenz am Harrl", die alles andere als einen Heimcharakter hat. Dort hat man auch nichts dagegen, wenn jemand sein Haustier behalten will. Hübner bezeichnete die Wohnqualität als beeindruckend. In einem Statement an die Besucherrunde ergänzte sie: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Menschen immer älter werden. Jedes zweite jetzt neugeborene Mädchen hat die Chance, seinen hundertsten Geburtstag zu feiern. Damit wächst die Ausbreitung von Alzheimer, das zur Volkskrankheit wird. Bei den 75-Jährigen erkranken heute schon 25 Prozent daran, bei den 90-Jährigen nahezu 40 Prozent." Wichtigste Aufgabe sei es, den Ausbruch hinauszuzögern. Dazu beitragen können, so die Politikerin, viel körperliche und geistige Beweglichkeit sowie die richtige Ernährung. Der älter werdende Mensch dürfe sich nicht schonen, sondern müsse trainieren und Gehirn-Jogging treiben. Eine der großen Herausforderungen sei zudem der starke Geburtenrückgang. "Nicht geborene Mütter können keine Töchter haben", lautet ihr plausibles Argument.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare