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"Made in Rinteln": Touristen schätzen "Engelströpfchen"

Geheimrezept: 20 Kräuter gehören in Apotheker-Likör

Rinteln (who). Alkohol ist einer der wesentlichen Geschmacksträger. Wenn dazu noch über 20 Kräuter kommen, kann daraus eigentlich nur ein würziger Likör werden. Der heißt "Engelströpfchen" und wird nach altem Familienrezept in der Engel-Apotheke am Markt angesetzt, der er auch seinen Namen verdankt.

veröffentlicht am 26.08.2006 um 00:00 Uhr

Die Apotheke besteht seit 1619 und ist damit eine derältesten in Deutschland, erklärt Brigitte Wowra. Im November sind es zehn Jahre, dass sie als Vertreterin der dritten Apotheker-Generation in der Familie die Geschäfte führt und auch immer wieder selber Arzneien nach ärztlicher Vorgabe und eigenen Hausrezepten mischt. So hat es ab 1914 auch schon ihr Großvater Valentin Wowra getan. Danach ihr Onkel Hans Wowra und jetzt sie selber, nachdem die Apotheke zwischenzeitlich über 25 Jahre verpachtet gewesen ist. "Wir führen alte Apotheken-Handwerkskunst fort", unterstreicht Brigitte Wowra aus Überzeugung. Neben Salben und Tinkturen gehört dazu besonders eine Flüssigkeit: die besagten Engelstropfen, die direkt in Rintelns Altstadtmitte heranreifen. Gut drei Wochen brauchen die Kräuter, um ihren Geschmack an den Alkohol abzugeben und die verlockende goldgelbe Farbe zu bewirken, die das Gebräu unwiderstehlich macht. Und mit 38 Prozent kann das Tröpfchen gut im Mittelfeld der gehaltvolleren Liköre mitspielen. "Als Verdauungslikör und Nachmittagsschnäpschen eben", zum innerlichen Einreiben, empfiehlt Brigitte Wowra. "Die Leute mögen unsere Engelströpfchen", kann Brigitte Wowra immer wieder feststellen. Nicht nur die Rintelner schätzen die Spezialtinktur in den typischen Apothekerflaschen, die es in zwei Größen gibt - genau richtig sind sie zum Beispiel für Touristen als Mitbringsel vom Stadtbummel. Von der Beliebtheit der besonderen Tropfen hat sich Brigitte Wowra während eines der Rintelner Weihnachtsmärkte überzeugen können: "Ich habe die Engelströpfchen einfach mal an Kunden und die Leute draußen ausgeschenkt. Ich muss sagen, die Stimmung war anschließend ganz nett." Vor Kopfschmerzen nach dem Genuss von Engelströpfchen müsse sich niemand fürchten, lächelt sie und verrät damit eine gesunde Portion Humor: "Denn der Apotheker hat auch dafür was..." Nicht nur dieälteren Rintelner kennen und schätzen die anderen Mixturen, die die Engel-Apotheke seit Jahrzehnten fürs körperliche Wohlbefinden mixt. So zum Beispiel "Eikmanns Tropfen". Sie helfen bei Magen- und Darmbeschwerden, stärken den Magen, regen Appetit und Verdauung an und verhindern Blähungen, soetwa sagt es das Etikett mit dem leicht musealen Design. Wichtig ist aber, dass der Inhalt hält, was der Aufdruck verspricht. Das gilt auch für die Herz- und Kreislauftropfen, ebenfalls vom Heilpraktiker Eikmann kreiert, sowie die Hamamelis-Salbe, die Beschwerden bei "Flechten, Geschwüren, offenen Wunden, Hämorrhoiden und Brandwunden" lindern hilft.

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