weather-image
18°
Dritte Rückhalteeinrichtung geplant / Schutz für Portugall und Eichkamp

Gegen Hochwasser: Buchholz will Beckenvolumen fast verdreifachen

Buchholz (tw). Damit künftige Starkregenfälle die Buchholzer nicht - im Wortsinn - "kalt" erwischen, will die Gemeinde kräftig in den Hochwasserschutz investieren. Dafür soll das Speichervolumen der beiden Regenrückhaltebecken vergrößert und eine dritte Anlage gebaut werden. Unterm Strich soll sich besagtes Volumen damit von derzeit 600 um 1000 auf dann 1600 Kubikmeter weit mehr als verdoppeln. Dafür will Buchholz im Haushalt 2008 rund 100 000 Euro einplanen.

veröffentlicht am 23.11.2007 um 00:00 Uhr

Hartmut Krause

Den Beschluss fassten die Bürgervertreter von WiB/CDU und SPD während ihrer jüngsten Zusammenkunft im Gemeinschaftsraum an der Bückebergstraße. Einstimmig. Bürgermeister Hartmut Krause (WiB): "Die Gemeinde Buchholz hat Gott sei Dank genug Geld. Wenn wir dieses Geld nicht in den Hochwasserschutz investieren, ist das für jeden Buchholzer, der auch nur einen Fußbreit Wasser in seinem Keller stehen hat, nicht nachzuvollziehen." Krause zum Hintergrund: "In der jüngsten Zeit haben wir bei Starkregen vor allem bei der Grabenführung ,Auf der Portugall' Probleme bekommen." Gleiches gelte für die Straße "Am Eichkamp". "Dort", erinnert Krause, "traf es am 21. August 2007 gleich drei Anwohner." An besagtem Tag fielen 68 Liter auf den Quadratmeter. Das Wasserhabe nicht schnell genug abfließen können, weil die Kapazitäten der Regenrückhaltebecken erschöpft gewesen seien. Mittlerweile habe die Firma Kirchner (Stadthagen) die Problematik vor Ort in Augenschein genommen. Ergebnis: Das Volumen der Becken (Baujahr 1997) betrage heute nur noch 595 statt ursprünglich 850 Kubikmeter. Es sei jedoch möglich, die Becken, sprich das Volumen, auf 1030 Kubikmeter zu vergrößern. Die Kosten würden 30 000 Euro betragen - was Krause entschieden zu viel ist: "Das müssen wir auch billiger hinbekommen." Ein in der Zwischenzeit am Nordrand des B-Planes und damit oberhalb des Wendehammers angedachtes Regenrückhaltebecken soll dagegen nicht realisiert werden. Das Speichervolumen sei zu gering, die Kosten für den Grunderwerb zu hoch. Allerdings könne der bestehende Regenwasserdurchlass (DN 500 B) im Bereich von "Auf der Portugall" vergrößert werden. Ein besserer Hochwasserschutz gilt insbesondere WiB-Sprecherin Gudrun Spiller als wichtiges Argument für den Verkauf der verbleibenden Restgrundstücke: "Es darf nicht sein, dass Interessenten dort nicht bauen, weil ihnen gesagt wird: Bei Starkregen sauft ihr ab!" Noch wichtiger: Weil die Regenfälle in den nächsten Jahren "an Intensität und Häufigkeit zunehmen", will die Gemeinde ein drittes Regenrückhaltebecken bauen lassen; bei einem Volumen um die 600 Kubikmeter soll es vor allem den Eichkamp entlasten. Die Planungen soll die Firma Kirchner übernehmen. Ein Standort wird noch gesucht. Krause hatte ursprünglich ein "Wäldchen" genanntes Flurstück angedacht, doch könnte es dort zu Problemen mit der Naturschutzbehörde kommen. Womöglich wäre im Vorfeld ein Gutachten nötig, das die Gemeinde bis zu 15 000 Euro kosten könne. Womöglich mit dem Ergebnis, dass die Naturschützer danach erst recht Nein sagen. Die SPD sieht dasähnlich, will aber noch einen Schritt weiter gehen und auch den Graben respektive Wasserverlauf bis zur Aue "beleuchten". Vize-Fraktionschef Frank Rinne: "Die Wassermassen, die von der Arensburger Straße und vom Eichkamp zusammenfließen, können ebenfalls nicht richtig ablaufen." Zwar betreffe das Problem auch Heeßen, aber: "Letzten Endes ist es ,unser' Wasser, was nicht schnell genug in die Aue gelangt."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare