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"Initiative Containerhafen" plant zahlreiche Aktivitäten / Belange betroffener Bürger einbringen

"Gegen den Hafenneubau an dieser Stelle"

Cammer (bus). Der in Cammer konzentrierte Widerstand gegen die Errichtung des Containerterminals "Regioport Weser" hat einen Namen: Die Bürgerinitiative Containerhafen (BI Con) hat sich zum Ziel gesetzt, die Belange betroffener Bürger in alle Entscheidungen zur Planung und Umsetzung des in Päpinghausen geplanten Vorhabens einzubringen. "Wir sind nicht gegen die Erweiterung des Mindener Hafens, aber gegen die Erweiterung an dieserStelle", sagte Vorstandsmitglied Gabriele Schmidt während der zweiten Versammlung der Initiative.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:28 Uhr

Gisela Lindenthal (von links), Marion Menzel, Uwe Tönsing, Rudi

Die Informationsveranstaltung im beinahe komplett gefüllten Dorfgemeinschaftshaus spiegelte das enorme Interesse und die große Verunsicherung der Bevölkerung, aber auch deren teils nicht minder voluminöse Uninformiertheit - "hat der Umbau der Schachtschleuse eigentlich schon angefangen? - wider. Die Vortragenden, außer Schmidt vermittelte Uwe Tönsing die Hauptanliegen der Initiative, schilderten ausführlich den derzeitigen Stand der Dinge und mögliche Entwicklungen. Ziel der BI Con ist es laut Satzung "dafür zu sorgen, dass die Wohn- und Lebensqualität der an das Plangebiet für den Regioport angrenzenden Gemeinden bewahrt und gefördert wird, um eine lebendige und lebenswerte Wohnstruktur zu erhalten und damit ihre Zukunftsfähigkeit auch für künftige Generationen zu sichern" sowie "dafür zu sorgen, dass bei der Planung des Regioports (Erweiterung des Hafens Minden für Container-Umschlag mit integriertem, regional bedeutsamen Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereich für hafenorientierte Nutzung) die dem Vorhaben entgegenstehenden Belange potenziell betroffener Bürger und Gemeinden, des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes, des Hochwasserschutzes und andere bedeutende Belange eingebracht werden und entsprechend ihrer hohen Bedeutung angemessen Berücksichtigung finden." In einem Positionspapier heißt es: "Die BI Con stellt fest, dass keine qualitative Bedarfsanalyse vorliegt, die den Zuwachs des Containerverkehrs in der von der Hafengesellschaft angegebenen Größenordnung bestätigt. Ebenfalls wird keine Aussage dazu getroffen, ob tatsächlich 64 Hektar Fläche für Hafenanlagen und Gewerbe/Industriegebiet sinnvoll und erforderlich sind." Darüber hinaus hält die Initiative die Untersuchung alternativer Standorte für unzureichend. "Ein überregional so bedeutsames Vorhaben verlangt eine intensivere Auseinandersetzung mit der Standortwahl. Es wurden keine Standorte entlang der Weseroder auch in Richtung Osten am Mittellandkanal untersucht", hält das Papier fest. Während der Versammlung kam es zur Bildung von drei Arbeitsgruppe, die die Aufgabenbereiche Plakat-Aufstellung, Stellungnahme an Presse und Kommunen sowie Internetauftritt angehen sollen. Des Weiteren plant die bei Versammlungsende 60 Mitglieder zählende Gemeinschaft die Erarbeitung von Stellungnahmen hinsichtlich Schall- und Naturschutz, Kontaktaufnahmen mit den Bürgermeistern von Minden und Bückeburg sowie Parteien und Verbänden. Eine Unterschriftenaktion soll den Rückhalt in der Bevölkerung zum Ausdruck bringen. Für das gegenwärtige bei der Bezirksregierung laufende Regionalplan-Änderungsverfahren soll bis Anfang Oktober eine umfängliche Stellungnahme erarbeitet und eingereicht sowie ein Musterschreiben für private Anregungen und Bedenken vorbereitet werden. Sollte es zur Realisierung des Terminals kommen, wäre das laut Einschätzung der BI Con gleichbedeutend mit: einer drastischen Erhöhung der Verkehrs-, Luft- und Lärmbelastung, einer deutlichen Einschränkung der Wohn- und Lebensqualität sowie einem Verfall der von den betroffenen Bürgern erarbeiteten Werte. Unterdessen haben auf dem zwischen Schaumburger Wald und Bundestrasse 482 gelegenen Areal archäologische Untersuchungen begonnen. Ob das Territorium ähnlich hochkarätige Funde birgt wie das jenseits von Bahn- und Autotrasse entdeckte historische Gräberfeld, auf dem Altertumsforscher insgesamt etwa 140 Tote vermuten, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen. Nach Angaben des Westfälischen Museums für Archäologie besitzt das Gebiet aber als Standort der gegen 1500 wüst gefallenen Ortschaft Didinghausen eine außergewöhnliche archäologische Bedeutung. Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus statt.

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