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30 Mio. Bürger betroffen / Neue Schiene hilft

Gegen das Schnarchen

Rund 30 Millionen Deutsche schnarchen Nacht für Nacht um die Wette. Nahezu jeder vierte Mann unter 60 schnarcht, bei den älteren sind es deutlich mehr, und auch 40 Prozent aller Frauen werden zu regelmäßigen Ruhestörern. Die Ursache des Schnarchens liegt darin, dass die Muskeln im Schlaf erschlaffen. Dies betrifft auch die Zunge, das Zäpfchen und die Muskulatur des Mundbodens sowie die Weichteile im Rachen. Als Folge saugen sie sich beim Einatmen sozusagen fest und verschließen den Rachen teilweise. Die Atemluft kann den Bereich nur erschwert passieren und führt zum Flattern der Weichteile. Die Geräusche, die hierbei entstehen, werden als Schnarchen bezeichnet.

veröffentlicht am 12.06.2013 um 04:46 Uhr
aktualisiert am 04.07.2013 um 10:36 Uhr

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Autor:

Dr. Claus Klingeberg, Mitglied der Deutschen Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin (DGZ

Dies ist nicht nur nervend für den Partner, sondern ist in zehn Prozent der Fälle für den Betroffenen selbst extrem gesundheitsgefährdend, denn dahinter kann sich eine gefährliche Atemstörung verbergen, die durch Atemaussetzer (Apnoe) – teilweise länger als 30 Sekunden – gekennzeichnet ist. Die Folge ist eine mangelnde Sauerstoffversorgung im gesamten Blutkreislauf und auch im Gehirn. Unbemerkt werden dadurch ständig wiederkehrende Weckreaktionen ausgelöst. Ein erholsamer Tiefschlaf ist nicht mehr möglich, die Leistungsfähigkeit am Tag ist erheblich eingeschränkt.

Häufige Folgen sind: Beziehungsprobleme, chronische Schlafstörungen, morgendliche Kopfschmerzen, Depressionen und Lustlosigkeit, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche, Impotenz, Sekundenschlaf beim Autofahren, hoher Blutdruck, Herzrasen, Schlaganfall, Herzinfarkt…

Die bislang gängigste Therapie ist die nächtliche Überdruckbeatmung mittels Nasenmaske und Kompressor (CPAP). Mit dieser Therapie kommen allerdings etwa 50 Prozent der Betroffenen nicht gut zurecht. Daher ist es notwendig, eine in anderen Ländern wie USA, Kanada, Schweden schon lange angewandte Alternative auch in Deutschland bekannter zu machen: sogenannte Zahnschienen. Sie sind heute wissenschaftlich anerkannt für die Behandlung von Schnarchen und Schlafapnoe.

Mit diesen sogenannten „Schnarcherschienen“ kann die Zunge nachts vorne gehalten werden, sodass der Atemweg frei bleibt: Schnarchen und Atmungsaussetzer werden effektiv beseitigt und die Betroffenen finden wieder zu einem gesunden und erholsamen Schlaf zurück. Unterschiedliche Schienentypen werden verwendet, wobei sich ein Produkt des Weltmarktführers Somnomed aus Australien als bislang wirksamstes Therapiegerät herausgestellt hat.

Hinter den Schnarchepisoden kann sich eine ernstzunehmende Krankheit verbergen: das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom.

djd/SCHNARCHER V/pixelio.de



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