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Immer mehr Straftaten bei Abi-Feten

Gefesselter Schläger verletzt zwei Polizisten

Stadthagen (jl). Das Klima rund um die Stadthäger Abi-Feten wird rauer: Die Polizei hat gestern gemeldet, dass am Wochenende zwei an der Festhalle eingesetzte Beamte in ärztliche Behandlung mussten. Sie waren von einem 17-jährigen Schläger verletzt worden. Dieser Vorfall ist nach den Schilderungen von Polizeisprecher Axel Bergmann das jüngste Glied einer längeren Kette. Polizeichef Mathias Schröder fordert Konsequenzen.

veröffentlicht am 13.11.2007 um 00:00 Uhr

Sonntagmorgen gegen 4 Uhr: Ein 17-Jähriger und ein 23-Jähriger geraten vor der Festhalle aneinander. Vermutlich, so die Erkenntnisse der Polizei, hat der Ältere den Jüngeren nur aus Versehen gerempelt. Der Jüngere schlägt jedenfalls sofort zu. Zwei Polizeibeamte treten auf den Plan und wollen die Personalien der Kontrahenten feststellen. Dagegen wehrt sich der 17-Jährige "mit Händen und Füßen", wie es im Polizeibericht heißt. Der Aggressive muss deshalb gefesselt werden. Auf dem Weg zum Funkwagen stößt er einem der Beamten seinen Kopf gezielt ins Gesicht. Ein zweiter Beamter wird an der Hand verletzt. Beide müssen mit zum Teil erheblichen Verletzungen zum Arzt. Kurze Zeit später: Zwei weitere Polizeibeamte werden von einem Sanitäter auf einen möglichen Mittäter hingewiesen. Dieser nimmt beim Anblick der Ordnungshüter Reißaus. Nach einem kurzen Sprint wird der junge Mann vorläufig festgenommen. Erste Reaktion: Ein versuchter Schlag in Richtung eines der Beamten, der den Aufprall der Faust reaktionsschnell verhindern kann. Gegen beide Schläger werden unter anderem Anzeigen wegen Widerstandes erstattet. Solche Vorfälle gibt es laut Bergmann in den vergangenen Jahren in steigender Tendenz, und diese seien immer öfter mit Verletzungen verbunden. "Die Hemmschwelle, Polizeibeamte -wohl gemerkt, erkennbare Polizeibeamte in Uniform - anzugreifen, scheint auch in Stadthagen zu sinken", heißt es im gestrigen Polizeibericht. Immer häufiger seien Straftaten festgestellt worden, die im Zusammenhang mit den Abi-Feten stünden. Oft gehören dazu auch Sachbeschädigungen in der Innenstadt und vor der Festhalle Schlägereien mit Körperverletzungen. Unter der Prämisse "Wehret den Anfängen" will deshalb Stadthagens Polizeichef Mathias Schröder das Gespräch mit der Stadt und den jeweiligen Veranstaltern (Gymnasien oder kommerzielle Veranstalter) suchen. Ziel soll es sein, "solche zum Teil auch alkoholbedingten Ausfallerscheinungen" bereits im Vorfeld auszuschließen. "Auch die Polizei möchte die Veranstaltungen gern erhalten, so lange es noch in dieser Form möglich ist, verständlicherweise aber nicht verbunden mit solchen Einsätzen", schreibt Bergmann. Auflagen der Stadt und Kontrollen durch die Veranstalter könnten nach Einschätzung der Ordnungshüter eine gute Vorbeugung sein. "Zwei verletzte Polizisten und ein weiterer Widerstand sind jedenfalls als Ergebnis nicht akzeptabel, betonte Schröder.



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