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Männerchor Schaumburg besteht seit 60 Jahren / Zehn Chöre gratulieren

Gefeiert wird mit richtig viel Musik - denn sonst wär' das Leben ein Irrtum

Schaumburg (la). Zum 60-jährigen Vereinsbestehen hat der Vorstand des Männerchors Schaumburg die Einwohner des Dorfes und der benachbarten Orte zu einer Jubiläumsfeier am Dorfgemeinschaftshaus in Schaumburg eingeladen.

veröffentlicht am 04.07.2006 um 00:00 Uhr

Der Männerchor Schaumburg am Jubiläumstag mit seinem Vorsitzende

Nach gesanglicher Einleitung durch den gastgebenden Männerchor begrüßte der Vereinsvorsitzende Werner Franke die zahlreichen Gäste, zitierte den großen Philosophen Friedrich Nietzsche - "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - und brachte ein paar Anekdoten aus den ersten Jahren der Vereinsaktivitäten, die er aus Protokollen hervorgekramt hatte. Vorstandsmitglied Wilfried Schnüll trug ein Gedicht aus einem früheren Jubiläum vor, das er leicht abgeändert hatte, um die gute Arbeit der Dirigentin Vera Spindel gebührend zu loben. Der bisherige Vorsitzende Leonhard Bartsch, der aufgrund seines langjährigen Engagements zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden war, übernahm die Moderation des Chornachmittages. Vier befreundete Chöre aus dem Wesertal erfreuten mit vielen schönen Liedern. Zwischendurch gab es etliche leckere Torten und Kuchen. Der Festakt am frühen Abend begann mit einer Ansprache des Landrats Heinz-Gerhard Schöttelndreier. Er betonte, dass musikalische Bildung genauso wichtig sei wie Schreiben, Lesen und Rechnen. Grußworte überbrachten der stellvertretende Rintelner Bürgermeister Ulrich Goebel und Ortsbürgermeister Eckhard Hülm. Eine besondere Ehrung gab es für den 83-jährigen Rudi Hartmann, das einzige noch lebende Gründungsmitglied des Vereins. Gerührt nahm das Schaumburger Urgestein, das sich in seinem langen Leben in vielen Positionen für sein Heimatdorf engagiert hat, ein Präsent entgegen. Der Abend war angefüllt mit herrlichen Gesangsvorträgen von weiteren sechs Chören. Zum Abschluss begeisterten der gastgebende Chor und der Männerchor Stadthagen - beide haben Vera Spindel als Dirigentin - gemeinsam mit beliebten Weisen. Ganz zum Schluss wurde natürlich das "Schaumburger Heimatlied" gesungen und alle Gäste stimmten mit ein. Im Jahre 1946 kamen auf Initiative von Christian Hollerbach mehrere Einwohner des Dorfes im Gasthaus Baule (später "Deutsches Haus") zusammen, um mit der Gründung eines Gesangvereins die Schrecken des fürchterlichen Krieges überwinden zu helfen. Schon beim ersten Probenabend fanden sich 16 Männer zum gemeinsamen Singen ein. Christian Hollerbach fungierte als Dirigent. Nur wenige Monate später waren es 30 aktive Sangesbrüder, die sich regelmäßig trafen, um deutsches Liedgut und die Geselligkeit zu pflegen. Die finanzielle Not war zunächst groß; Notenblätter wurden unter Mithilfe von Firmen vervielfältigt. Als Mitgliedsbeitrag wurden 50 Pfennig pro Monat erhoben. Im Laufe der Jahrzehnte gab es Höhen und Tiefen im Vereinsleben, doch die Freude am Gesang brachte immer schöne Stunden des gemeinsamen Erlebens. Und bei Sängerfesten sowie bei vielerlei familiären Anlässen konnte der Chor mit seinen Liedervorträgen die Zuhörer begeistern.

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