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Jagdpächter Gerhard Rethmeier mahnt Autofahrer zur Vorsicht

"Gefährliches Pflaster": Fünf Wildunfälle in sieben Monaten

Nienstädt (mw). Die Wendthäger Straße zwischen Nienstädt und Wendthagen ist für Rehwild offensichtlich ein im wahrsten Sinne des Wortes "gefährliches Pflaster". Fünf Mal sei es seit August 2006 auf dieser Strecke bereits zu Kollisionen mit Autos gekommen, wobei der Ausgang für die Rehe stets tödlich war, berichtet Gerhard Rethmeier, der in diesem Bereich ein Jagdrevier gepachtet hat.

veröffentlicht am 05.03.2007 um 00:00 Uhr

Gerhard Rethmeier weist darauf hin, dass es auf der Wendthäger S

"Unsere ganzen Hegebemühungen laufen ins Nichts", beklagt Rethmeier. Zum Vergleich: "Wir dürfen pro Jahr sechs Stück Rehwild im ganzen Feldrevier erlegen." Das Revier reiche - grob beschrieben - bis nach Enzen und Helpsen. Die Problematik sei, dassüber die Wendthäger Straße mehrere Wildwechsel führen, so Rethmeier. Ein hinter dem Ortsausgang von Nienstädt befindliches Verkehrsschild weise auf diese Gefahr hin. Der Jäger vermutet ein weiteres Problem: Manches Reh wolle vom unterhalb der Straße gelegenen Feld über die Straße in das Gehölz an der Mülldeponie wechseln. Nach Überqueren der Straße stünde das Wild jedoch vor dem Zaun der Deponie. Wenn jetzt ein Auto vorbeifahre, gerate das Rehwild in Panik und flüchte zurück über die Straße, wodurch es zum Zusammenstoß komme. Mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Schaumburg mbH (AWS) habe er bereits gesprochen, um Abhilfe zu schaffen, sagt der 69-Jährige. Die AWS habe ihm allerdings mitgeteilt, dass der Zaun nicht für das Rehwild geöffnet werden könne, da sonst auch unbefugte Personen auf das Grundstück gelangen könnten. Wenn die AWS den Zaun ein Stück von der Straße zurücksetzen würde, sei wenigstens eine kleine Fluchtmöglichkeitfür die Rehe gegeben, beschreibt Rethmeier seine neue Überlegung. Spezielle Reflektoren zur Abschreckung des Rehwildes, die bereits an die Straßenbegrenzungspfosten geklebt wurden, sind laut Rethmeier jedoch ohne Erfolg geblieben. Wäre ein Duftzaun, der mittels eines speziellen Duftstoffes das Rehwild vergrämt, eine Lösung? "Wir haben auch schon darüber nachgedacht - man müsste es ausprobieren", so der Jagdpächter. Aktuell gibt es offensichtlich nur eine wirksame Lösung: Die Autofahrer müssen besser aufpassen, insbesondere wenn sie das warnende Verkehrsschild "Achtung Wildwechsel" sehen, meint Rethmeier. Im Fall eines Zusammenstoßes mit Rehwild solle der betroffene Autofahrer umgehend die Polizei benachrichtigen, rät Rethmeier.



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