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"Bewohner" des Kesselhauses stellen sich vor / Tag der offenen Tür am 20. Januar

Geduscht wird im riesigen Spänebunker

Lauenau (nah). Dem "Kesselhaus" können Einwohner und interessierte Gäste aus dem Umland einen ausgiebigen Besuch abstatten. Wenige Wochen vor dem Abschluss der Bauarbeiten organisieren die "Hausbewohner" einen Tag der offenen Tür am kommenden Sonnabend, 20. Januar. Gerade rechtzeitig zur ersten gemeinsamen Präsentation ist eine kleine Broschüre fertig geworden, in der sich alle Unternehmen vorstellen. Sie nutzen die ehemalige Industriebrache - auf einer Fläche von insgesamt rund 1000 Quadratmetern.

veröffentlicht am 15.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Türen sind schon auf: Die Nutzer des Kesselhauses wollen am

In nur dreieinhalb Jahren hat sich die ehemalige Heizungsanlage in einer Weise verändert, die auch ehemalige Casala-Mitarbeiter sprachlos machen dürfte. Nichts ist mehr zu sehen von den Kesseln und Armaturen. Der hohe Schornstein dient nur noch als Dekoration - und als erinnerndes Wahrzeichen für das frühere große Möbelunternehmen. Und in den riesigen Spänebunker im hinteren Trakt wurden Umkleideräume und Duschen hinein konzipiert: Der Abbruch der mächtigen Trichterwände ließ sich beim besten Willen nicht erreichen. Überhaupt mussten die beiden Eigentümer, Thomas Ritter und Eva-Susann Karsthof, etliche bauliche Hürden überwinden, bis sich der dunkelrot geklinkerte Zweckbau in seinem heutigen Zustand zeigen konnte. Der Fabrikcharakter blieb erhalten: Große Fensterflächen bestimmen so noch immer das Bild der Fassaden zur Carl-Sasse-Straße und zum Marktplatz. Nicht alle Bereiche sindöffentlich zugänglich. Die beiden Künstler Ritter und Karsthof laden zwar regelmäßig zu Ausstellungen und Musikdarbietungen in ihren großen Empfangsraum ein und haben so mehrfach für eine Belebung des regionalkulturellen Lebens gesorgt. Aber deren Ateliers sind normalerweise für Publikumsaugen tabu. Gleiches gilt für das von Klaus-Dieter Brune und Thomas Hennecke betriebene Fotostudio. Auf der Seite zu Marktplatz und Bushaltestelle herrscht dagegen schon mehr Publikumsbetrieb: Friseurmeisterin Isa Heckener betreibt ihren Salon direkt unterm Schornstein. Nebenan geht es zur Yoga-Schule "Bali Om", wo sich nicht nur auf fernöstlich Art entspannt gibt. Etwas versteckter liegt dagegen der Zugang zu den jüngsten "Kesselhaus"-Mietern: Diplom-Grafikerin Marion Jaschke-Kowalski teilt ihr gleichnamiges Büro im "2. Stock" mit jungen kreativen Leuten bei Kinder-Kunstkursen. In der anderen Etage lehren Ulrich Ross und zwei Kollegen den richtigen Umgang am Computer. Sie haben jetzt Nachbarn bekommen: Kerstin Hecking beginnt mit "Spirit and Sport" Anfang Februar und versteht darunter Kurse an Werktagen mit gesundheitsorientiertem Inhalt. Aerobic, Spinning, Yoga und Rückengymnastik stehen auf der Programm - und noch mehr, wenn entsprechender Bedarf vorhanden ist. "Ich möchte weitere Türen aufstoßen", sagt die quirlige Trainerin und denkt an Senioren oder an Leute, die "Sport auch für ihre Seele" ausüben wollen. Den fast hundert Quadratmeter großen Saal stellt sie abends und an Wochenenden außerdem für ganz andere Bewegungsarten zur Verfügung. Dann ist nämlich Tanzlehrer Carsten Münnichow in seinem Element. Und nicht nur das: Im Erdgeschoss eröffnet er spätestens im Sommer einen Gastronomiebetrieb, damit das Kesselhaus nicht nur Kreativität und Fitness dienen muss, sondern auch die simple Entspannung bei einem Glas Bier erlaubt.



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