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Doch die Medienlandschaft in der Region wird sich bis zum Jahr 2020 grundlegend wandeln

Gedruckte Zeitung bleibt vorerst Nummer 1

Wird es auch in zehn Jahren noch die klassische Tageszeitung geben, die frühmorgens frisch gedruckt zugestellt wird? Für die beiden Hamelner Verleger ist diese Frage mit einem eindeutigen Ja zu beantworten: Die Zeitung als Print-Medium habe trotz Internet-Konkurrenz beste Chancen, für den Großteil der Bevölkerung die primäre lokale Nachrichten-Quelle zu bleiben; zumindest im angesprochenen Zeitraum, so Günther und Hans Niemeyer übereinstimmend. Grund für ihre Gewissheit liegt zum einen in der demografischen Entwicklung, nach der der Teil der älteren Bevölkerung, für die die Tageszeitung ein Muss ist, in den kommenden Jahren noch relativ konstant bleibt;

veröffentlicht am 15.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:19 Uhr

Joachim Zieseniß

Autor

Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite

Wird es auch in zehn Jahren noch die klassische Tageszeitung geben, die frühmorgens frisch gedruckt zugestellt wird? Für die beiden Hamelner Verleger ist diese Frage mit einem eindeutigen Ja zu beantworten: Die Zeitung als Print-Medium habe trotz Internet-Konkurrenz beste Chancen, für den Großteil der Bevölkerung die primäre lokale Nachrichten-Quelle zu bleiben; zumindest im angesprochenen Zeitraum, so Günther und Hans Niemeyer übereinstimmend. Grund für ihre Gewissheit liegt zum einen in der demografischen Entwicklung, nach der der Teil der älteren Bevölkerung, für die die Tageszeitung ein Muss ist, in den kommenden Jahren noch relativ konstant bleibt; zum anderen, so Hans Niemeyer, nähme unter den Jüngeren die Zeit, die mit Zeitungslesen verbracht würde, zwar ab. Ganz auf die Zeitung würde aber auch diese Gruppe trotz stärkerer Internet-Nutzung nicht verzichten. Günther Niemeyer: „Die Reichweiten werden sicher nicht steigen, aber sie dürften konstant bleiben.“

Wandeln werden sich nach Ansicht der Verleger aber die Ansprüche, die die Print-Leser an ihre Zeitung stellen: Während die reine kurze Nachricht schneller über die elektronischen Medien zu erlangen ist, werde die Zeitung von morgen durch Qualitätsjournalismus punkten, werde Hintergrundinformationen und Analysen anzubieten haben. Auch typografisch werde sie sich neuen Konsumgewohnheiten, beispielsweise mit höherem Bildanteil und schnell konsumierbaren Infografiken, anpassen.

Während er also weniger im schwindenden Leserinteresse eine Gefahr für die klassische Printausgabe befürchtet, sieht Günther Niemeyer das größere Gefährdungspotenzial für die klassische Tageszeitung vielmehr in deren Werbefinanzierung: Hier habe sich das Internet bereits zur starken Konkurrenz entwickelt und einiges vom großen Kuchen für sich abgeschnitten. „Und wenn ich als Verkaufsargument für die Zeitung Qualitätsjournalismus bieten will, muss ich ihn auch bezahlen können“, so Günther Niemeyer.

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Für beide Verleger steht außer Frage: Durch das Internet hat sich das Medienverhalten bereits stark verändert. Doch auch wenn sich durch die elektronische Zeitung, durch Mobiltelefonie, Facebook und Twitter das Medienverhalten und die Nachrichtenbeschaffung massiv verändert haben: „Es wird trotzdem noch Zeitung gelesen“, so die beiden Verleger.

Und dennoch werde für die Verlagshäuser der Weg in die Zukunft darin bestehen, Medienhäuser für ihre Regionen zu werden, für die die gedruckte Zeitung nur eine Form der Nachrichtenübermittlung ist. Hans Niemeyer: „Wir werden auch über das Internet vielfältige Formen haben, Nachrichten und Informationen weiterzugeben.“ Und diesbezüglich, so Günther Niemeyer, sei der Verlag im Internet schon heute gut aufgestellt: „Wir haben schon jetzt die höchste Internet-Präsenz in der Region.

Angesichts des Zeitalters einer weltumspannenden Mediengesellschaft wird sich für hiesige mittelständische Medienunternehmen nach Ansicht der Hamelner Verleger in Zukunft die Frage stellen, wie die Produktionskosten im Griff zu behalten sind. Hier werde der Trend eindeutig in Richtung Kooperationen zwischen verschiedenen Häusern gehen – und das sowohl in technischer wie in redaktioneller Hinsicht.

Welche Zukunftschancen messen die Kenner der heimischen Medienlandschaft lokalem Fernsehen oder lokalem Rundfunk bei? Für Günther Niemeyer sind beide Funkmedien privatwirtschaftlich für die hiesige Region nicht realisierbar, da zu kostenintensiv. Niemeyer: „Ohne Sponsoren und öffentliche Mittel aussichtslos.“



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