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4:3 gewinnt die Thekenmannschaft / Auch der "Schiedsrichter" kann Promis nicht helfen / "Wati wie einst der Günter"

Gedopt wird in den Pausen - aber ganz natürlich

Hattendorf. "Vier Mann stellen sich hinten rein, vorne spielen wir mit zwei Stürmern", erklärt Friedrich Gärling als Trainer der Auetaler Prominentenmannschaft - und wählt anhand der Trikotnummern aus, wer wo spielen wird. Eine durchdachte und erfolgversprechende Strategie sieht eigentlich anders aus, aber schon der erste Angriff gibt Gärling Recht: Schnörkellos und ohne Humor befördert Roger Daus das Spielgerät an den Ort seiner Bestimmung: Nach einer Minuten führt das Promi-Team durch das Tor des Geschäftsführers der Kathrinhagen Bau GmbH mit 1:0. Allzu lange hält die Freude nicht an: Marcus Gerstenberg erzielt im direkten Gegenangriff den Ausgleich.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 11:16 Uhr

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Autor:

Frank Westermann

Gerstenberg wird zum Spieler des Tages werden, drei Treffer steuert er beim 4:3 der Thekenmannschaft Escher gegen die Promis bei, zwei weiteren versagte "Schiedsrichter" Dieter Grupe ohne recht nachvollziehbarem Grund die Anerkennung. Gerstenberg nahm es sportlich: Schließlich ging es ja "nur" um den guten Zweck, sollte für den kleinen Carsten in Berlin gekickt werden, der dringend auf eine Therapie wartet. Gerstenberg jedenfalls hat seinen Spaß: Mindestens drei Gegenspieler sollen es schon sein, die er umkurvt, bevor er zum Schuss ansetzt. Doch in der Abwehr steht Thomas Peter. Und der stellvertretende Gemeindebrandmeister räumt weg, was ihm vor die Füße fällt - und das ist nicht wenig. Wo es brennt, ist Peter eben nicht weit. Gerstenberg, Marc Hille und noch einmal Gerstenberg: Kurz nach der Pause führt die Thekenmannschaft mit 4:1 und es sieht aus, als wenn die Promis, meistens Herren im gesetzten Alter, der Schnelligkeit der ersten Hälfte auf dem großen Platz Tribut zollen müssen. Doch Schützenchef Ewald Stemme trifft, und Jeff Papenfuß steuert bei einem Ausflug des gegnerischen Torwarts einen Heber bei, der es ohne Probleme unter die letzten fünf bei einer Auswahl zum Tor des Monats geschafft hätte: Plötzlich steht es aus Sicht der Prominenten nur noch 3:4, mit Macht drängt das Team auf den Ausgleich. Doch Manfred Spenner, der sich als Mittelfeldrenner mit fußballerischen Vorkenntnissen entpuppt, und Roger Daus verpassen die Chance auf immerwährende Auetaler Unsterblichkeit: Spenner springt der Ball vorm Tor vom Fuß, Daus verzieht nach tollem Dribbling nur knapp. In der Pause wird gedopt- aber ganz natürlich: Die Prominenten setzen auf eine gelblich schimmernde Flüssigkeit, die aus Hopfen, Wasser und Malz hergestellt wird. Dass die Prominenten am Ende verloren haben, lag sicher nicht am "Unparteiischen". Dieter Grupe hilft, wo er nur kann; mal stoppt er den Ball und spielte zum Promi-Team, mal dient er Kai-Uwe Gellermann oder Friedrich Gärling als Vorlagengeber bei Ecken aus. Immerhin: Bei zwei Gelben Karten unterstreicht Grupe, wo er das Ende der sportlichen Fahnenstange sieht - beim Foul kennt er keine Gnade. Bei den Promis ragt eine Rolfshägerin heraus: Chantal Willner, die am Sonnabend Nachmittag noch in Potsdam ein Testspiel absolvierte, dann ins Auetal düste, bei den Promis mitkickte und fast sofort ins Brandenburgische zurückfährt, fällt durch gekonnte Ballbehandlung und lange Sprints an der linken Außenlinie auf. Dass die Promis nicht höher verlieren, liegt auch an Andreas "Wati" Watermann, der im Tor in der zweiten Hälfte mit zwei guten Paraden beweist, dass er nicht nur die Figur, sondern auch die Reflexe mit einer Rolfshäger Torwartlegende teilt: "Wie einst Günter Buddensieck", heißt es anerkennend auf der Tribüne. Mehr kann ein Torwart im Auetal wohl nicht erreichen. Gärling hat am Ende des Spiels allen Grund: Sein Thekenteam ist mit dem "größten Kader, den ich je bei uns gesehen habe", in Hattendorf aufgelaufen, alle Mitspieler hatten sichtlich ihren Spaß, und am Ende können rund 800 Euro gespendet werden. Und die Zuschauer wissen nun auch, warum das Thekenteam Escher in all den 22 Jahren, in denen es existiert, noch nie auch nur ein Turnier gewonnen hat: Die Jungs wollen den Ball bis ins Tor tragen. Das sieht toll aus, ist aber nicht immer effektiv. Vielleicht sollte Friedrich Gärling einfach mal die Taktik wechseln.

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