weather-image
27°
Kreiskantor Wolfgang Westphal führt Jenaer Philharmonie mit Musizier-Elan und Klangsinn durch die 6. Symphonie

Geballte sinfonische Klangherrlichkeit von Bruckner

Rinteln (dis). Wolfgang Westphals Musizierelan und sein differenzierter Klangsinn für die Spätromantik haben die Interpretation der 6. Symphonie von Bruckner in der voll besetzten St.-Nikolai-Kirche am Sonntagabend mitgeprägt. Der Kreiskantor leiteteüber 80 Musiker der Jenaer Philharmonie durch vier ausladende, knifflige Sätze, was Westphal allerdings nicht allzu schwer gefallen sein dürfte, hieß es doch, mit alten Bekannten zu arbeiten, die bereits vor zwei Jahren in St. Nikolai konzertiert haben.

veröffentlicht am 16.10.2007 um 00:00 Uhr

Am 18. November werden die Jenaer erneut in St. Nikolai zu hören

Die Sechste kommt auf den ersten Blick bescheidener daher, denn sie geht mit ihren Qualitäten nicht hausieren. In kompositorischer Hinsicht bietet sie freilich nicht weniger als ihre Schwestern. Der Dirigent wusste, was er dem Stück und der Akustik des Gotteshauses schuldig ist. Er baute die Höhepunkte innerhalb der vier Sätze konsequent auf, nicht überladen oder gar dröhnend, wie man sie zuweilen hört. Das durch die Pauke unterstützte Fortissimo der Trompeten, Hörner und Posaunen funktionierte machtvoll, aber ohne jegliche Forcierung. Die Holzbläser - stellvertretend seien die Oboen hervorgehoben - reagierten mit schönem Sound und rhythmisch geschliffen auf des Kantors Zeichensprache. Was die Streicher betraf, so hatten diese im Adagio und in der prickelnden Leichtigkeit des ab und an elfenspukartigen Scherzos ihre große Stunde. Auch das markante Finale profitierte von der Selbstdisziplin der Formation. Dass diese geballte sinfonische Klangherrlichkeit zum Abschluss lange gefeiert wurde, lag auf der Hand. Übrigens: Am Sonntag, 18. November, reisen die Jenaer erneut an, um ab 17 Uhr bei den Aufführungen von Puccinis "Messa Di Gloria" und Poulencs "Gloria" erneut in St. Nikolai unter Wolfgang Westphals Regie mitzuwirken.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare