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Heute entscheidet Aufsichtsrat der Stadtwerke Schaumburg-Lippe / Sozialverbände befürchten Notlagen

Gaspreis-Erhöhung: AWO-Expertin fordert Sozialtarif

Landkreis (jl/ssr). Vor der heutigen Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Schaumburg-Lippe zum Thema Gaspreis-Erhöhung (wir berichteten) hat die Kreisgeschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Heidemarie Hanauske, für einen Sozialtarif plädiert. Ein Anwachsen sozialer Schieflagen bei einer kräftigen Gaspreiserhöhung befürchtet DRK-Kreisgeschäftsführerin Ursula Krüger.

veröffentlicht am 19.06.2008 um 00:00 Uhr

Hanauske malte im Gespräch mit unserer Zeitung ein düsteres Szenario für den Fall einer erheblichen Gaspreiserhöhung: "Die Hartz-IV-Empfänger werden tief sinken", die bisherige Heizkostenpauschale werde nicht mehr reichen. Deren Erhöhung sei nötig, mahnte dazu Ilona Sennholz vom Kreisverband des Sozialverbandes Deutschland an. Hanauske schlägt angesichts einer gesellschaftlichen Entwicklung, die durch ein weiteres Umsichgreifen von Armut gekennzeichnet sei, einen Schnitt vor: "Wenn die Gaspreise erhöht werden, muss eigentlich ein Sozialtarif eingeführt werden und zwar flächendeckend." Damit meint die Sozialexpertin, dass alle von so einem Tarif profitieren sollten, die die Erhöhung nicht aus dem eigenen Finanzpolster bezahlen können, bei denen sonst "das System" zusammenbräche. Es könne nicht sein, dass viele Menschen "nur noch arbeiten, um Wasser und die Wohnung warm zu bekommen". Ein kräftig erhöhter Gaspreis würde auch Menschen "voll erwischen", deren Einkommen etwas höher als der Hartz-IV-Satz liege, sagte Ursula Krüger (DRK). Schon zu Beginn dieses Jahres hätten Mitarbeiter der "Tafel" folgende Erfahrung gemacht: Als die Energierechnungen verschickt worden waren, seien viele Menschen gekommen, die keine Sozialhilfe- oder Hartz-IV-Empfänger seien. Krüger befürchtet deshalb, dass die Tafeln angesichts der jetzt anlaufenden Energiepreiswelle alsbald an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßen könnten. Sozialtarife fordert auch der Bund der Energieverbraucher (BDE). Insbesondere Energieversorger in kommunalem Besitz wie die Stadtwerke Schaumburg-Lippe stehen nach den Worten des BDE-Vorsitzenden Aribert Peters "ganz sicher in einer sozialen Verantwortung, der sie sich nicht entziehen sollten". Es gebe bereits Sozialtarife: Peters nannte als Beispiel E.on-Bayern, die solchen Gas-Kunden den Grundpreis erlassen würden, die auch keine Rundfunkgebühren zahlen müssen.



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