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Vor Gericht: 31-Jähriger kommt mit Bewährung davon / Auto eingezogen

Gasflaschen geklaut, Pfand kassiert - dafür gibt's neun Monate Haft

Bückeburg (ly). Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Weil er das Pfandgeld wollte, hat ein Arbeitsloser (31) nachts Propangasflaschen aus Baumärkten in Bückeburg und Stadthagen gestohlen. Später kassierte er in anderen Geschäften ab. Ein halbes Jahr nach den Taten hat das Amtsgericht den Obernkirchener zu neun Monaten Haft mit Bewährung verurteilt.

veröffentlicht am 15.03.2007 um 00:00 Uhr

Verbunden ist die Entscheidung von Richter Armin Böhm mit der Auflage, 180 Stunden gemeinnützig zu arbeiten. Der Schuldspruch lautet auf Diebstahl und versuchten Diebstahl, jeweils im besonders schweren Fall. Weil der 31-Jährige die Beute mit seinem Auto abtransportiert hatte, wird der Wagen als Tatmittel eingezogen. Unter den Nagel gerissen hatte sich der wegen Betruges vorbestrafte Mann zehn Gasflaschen. Möglicherweise waren es deutlich mehr, doch das ließ sich nicht nachweisen. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft war von 34 Flaschen die Rede gewesen. Freigesprochen wurde der Angeklagte von dem Vorwurf, in einem 4. Fall, der in Obernkirchen spielt, nach ähnlichem Muster vorgegangen zu sein. Wie kommt man nun auf solch eine Idee? "Es fing damit an, dass ich vier Flaschen gefunden habe", erzählt der Angeklagte. "Pro Stück bekam ich 30 Euro." Kein schlechtes Geschäft, nur leider vollkommen illegal. Obendrein war der Bergstädter alles andere als professionell vorgegangen. Beim ersten Besuch hatte der 31-Jährige erklärt, sein Großvater sei gestorben, die Flaschen hätten in der Garage gelegen. Das ließ sich vielleicht noch nachvollziehen. "Beim zweiten Mal kam er dann mit vollen Gasflaschen", wie ein Mitarbeiter eines Baumarktes berichtete, der dies schlicht "kurios" fand. Um die eigene Spur zu erwischen, hatte der Dieb einen Teil nach Minden gebracht. Anhand seines Autos ließ er sich später dennoch recht leicht identifizieren. Die drei Taten: An der Bückeburger Kreuzbreite war es dem Obernkirchener im August vergangenen Jahres zunächst nicht gelungen, einen Verschlag zu öffnen. Bereits in der nächsten Nacht kehrte er aber zurück, hebelte den Verschlag auf und ließ sechs leere Flaschen mitgehen. Durch ein Loch im Zaun gelangte der Dieb im September auf das Gelände eines Betriebes am Stadthäger Bahnhof, wo ihm weitere sechs Gasflaschen in die Hände fielen. Dass der Angeklagte das Loch in den Zaun geschnitten haben soll, ließ sich vor Gericht nicht beweisen. Es sei bereits darin gewesen, hatte der 31-Jährige selbst erklärt. "Da war schon ein richtiger Trampelpfad", fügte er hinzu. In Stadthagen hatten 24 Flaschen gefehlt.



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