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Kälteeinbruch lässt den Energieverbrauch steigen: Welches Brennmaterial ist das günstigste?

Gas, Pellets, Öl – die Hamelner heizen ein

Hameln. Der Winter ist früh dran in diesem Jahr. So scheint es zumindest, müssen doch Laternenparker frühmorgens bereits Scheiben kratzen. Die Hamelner heizen ein: Der häusliche Energieverbrauch ist an zwei kalten Tagen der vergangenen Woche drastisch angestiegen. „Normalerweise liegt der Verbrauch bei rund 900 000 Kilowattstunden täglich, an den Tagen mit Temperaturen zwischen null und minus einem Grad ist er bis auf 1,5 Millionen hochgeschnellt“, so Beate Mehren, Pressesprecherin der Stadtwerke, die Hameln mit Erdgas versorgen.

veröffentlicht am 21.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf

Der Einkauf von Heizöl sei im Sommer eher verhalten gewesen, berichtet Detlev Schröder von der Firma Mönneke, jetzt aber greife so mancher zu Telefon oder Internet, um sich mit einer der drei handelsüblichen Heizölsorten einzudecken. Knapp 50 Euro plus Mehrwertsteuer müssten derzeit für 100 Liter hingeblättert werden, Tendenz steigend. „Da muss man genau hinschauen, denn Heizölpreise sind börsennotiert, und es gibt ein starkes Rauf und Runter“, so Schröder.

Vor allem die Hamelner in Randgebieten und Ortsteilen heizten mit Öl. Viele hätten den Kauf vom Sommer in den Herbst verschoben. „Im Jahr der Krise haben die Leute im Sommer das Geld eher für Urlaub als für Heizöleinlagerung ausgegeben“, weiß Schröder.

Trotz sehr informativen Internetplattformen wie „heizöl24.de“ werde die Masse der Käufe nach wie vor bei Händlern vor Ort getätigt, ganz im Gegenteil zu jenen Kunden, die auf modernes Heizen mit Holzpellets setzten. Zwischen 50 und 100 entsprechende Heizungsanlagen gäbe es in Hameln, schätzt Schröder. Auch hier seien die Sommermonate die beste Zeit, um die aus Sägespänen gepressten Pellets einzulagern. Via Internet kann auch hier die aktuelle Preisentwicklung täglich verfolgt werden. Fünf Tonnen Pellets entsprächen 2500 Litern Heizöl, dem durchschnittlichen Bedarf eines Einfamilien-Hauses, allerdings belasten den um 200 Euro schwankenden Tonnenpreis im Gegensatz zum Heizöl nur sieben Prozent Mehrwertsteuer.

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Erdöl

Abhängig jedoch sei der Preis für „power-pellets“ aus schnell nachwachsendem Fichtenholz von der Verfügbarkeit von Sägespänen. „Derzeit ist die Krise leider auch in den Sägewerken angekommen“, so Schröder.

Ganz auf Holz setzt auch Bezirksschornsteinfeger Martin Wassermann. Zwar heizten die meisten Hamelner ihre Wohnungen mit Gaszentralheizungen, doch sei „Kaminholz momentan der Renner“. Das habe nichts mit „nostalgischen Gründen zu tun“, Holzverbrennung sei einfach die ökologisch beste Methode, um Wohnräume warm zu bekommen. Die CO2-Bilanz sei fast neutral, Strahlungswärme zudem effektiver als Konvektionsstrahlung von gasbetriebenen Heizungsanlagen.

Rund 15 000 Hamelner jedoch setzen nach wie vor auf Gasheizungen. „Da der Gas- an den Ölpreis gekoppelt ist, ist das Preisniveau relativ stabil“, so Beate Mehren. Zweimal haben die Stadtwerke in diesem Jahr den Preis um insgesamt bis zu 20 Prozent gesenkt. Das in Hameln verheizte Gas komme vom Vorlieferanten wie Win- oder Ruhrgas, die seit 2006 einen großen Teil aus Russland bezögen.

Wie nun den derzeit günstigsten Preis ermitteln? „Auf jeden Fall sollte man sich eine Energieberatung machen lassen“, rät die stellvertretende Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Petra Kristandt. Immer mehr regionale Gasanbieter drängten auf den Markt und erzeugten einen wahren „Tarifdschungel“. Kristandt rät deshalb: „Vor einem Wechsel den eigenen Vertrag studieren, keine Vorkasse leisten, Referenzpreismodell meiden und stattdessen lieber eine einjährige Preisgarantie verlangen.“

In Hameln ist ein Blick in den „Heizspiegel“ der Stadt ebenso hilfreich wie eine Beobachtung der Energieangebote via Internet. Sommer oder Winter? Der Kunde wird dabei feststellen, dass Temperatur und Heizkosten eben doch in direkter Abhängigkeit stehen.



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