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Rektor: "Nur Betreuung reicht nicht" / Krantz: "Schule ist, wenn Lehrer da sind"

Ganztagsschule: "Wir wollen kein Billigmodell"

Obernkirchen (rnk). Noch ist nicht klar, wie sie heißen wird, ob es eine Ganztagsschule oder ob es ein freiwilliges Ganztagsschulangebot werden wird, aber grundsätzlich wird sich die Stadt Obernkirchen mit Haushaltsmitteln beteiligen. Einen entsprechenden Beschluss fasst jetzt der Schulausschuss.

veröffentlicht am 17.01.2007 um 00:00 Uhr

Gut behütet durch die Schulzeit: Ob allerdings eine reine Betreu

Nach dem Niedersächsischen Schulgesetz können allgemeinbildende Schulen als Ganztagsschulen geführt werden. Die Gesamtkonferenz der Grundschule hatte schon vor knapp zwei Jahren, am 7. März 2005, eine Bedarfsermittlung bei den Eltern angeregt, die von der Verwaltung umgesetzt wurde. Das Ergebnis: Für 88 Kinder bestand ein grundsätzliches Interesse. Nach einer Besichtigung der Grundschule Süd in Rinteln und der Erkenntnis, dass es vom Land weder Lehrerstunden noch Geld geben werde, rechnete Grundschulrektor Claus Dieter Gnad mit jährlichen Kosten von fast 13 000 Euro, die die Stadt Obernkirchen auf der Basis von vier Gruppen zu jeweils zwei Stunden an drei Wochentagen zu tragen hätte. Mit knapper Zwei-Stimmen-Mehrheit lehnte dann allerdings im März 2006 die Gesamtkonferenz die Einführung eines "offenen Ganztagsangebotes" ab. Die Begründung: Das Ganztagsangebot mit Lehrkräften lasse sich personell nicht durchsetzen. Die Grundvoraussetzungen für eine echte Ganztagsschule hatte die Gesamtkonferenz detailliert aufgeführt: Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter übernehmen von 12.30 bis 14 Uhr Aufsicht, Betreuung und Hausaufgabenbetreuung. Es gibt vier jahrgangsbezogene Gruppen. Dafür werden pro Tag vier Lehrerstunden benötigt, also 16 Stunden pro Woche. Pädagogische Mitarbeiter unterstützen dabei die Lehrer mit Betreuungsaufgaben. Ab 14 Uhr werden Projekte, Arbeitsgemeinschaften und andere Angebote von den pädagogischen Mitarbeitern und den Übungsleitern von Vereinen durchgeführt. Ebenfalls für die Verwaltung fein säuberlich aufgeführt wurden die sächlichen und finanziellen Grundvoraussetzungen: rund 20 000 Euro für Personalkosten. 8 000 einmalige Kosten für die Einrichtung einer Mensa und die Beschaffung von Spielmaterialien für die Ganztagsbetreuung, bis zu 10 000 Euro laufende Materialkosten, rund 10 000 Euro zusätzliche Energiekosten und bis 15 Uhr zusätzliche Hallenzeiten. Gnad stellte im Schulausschuss einen Fahrplan vor: Zunächst werde die grundsätzliche Bereitschaft zu Investitionen vom Schulträger benötigt (die gab es am Schluss im Ausschuss einstimmig), danach werde ein Antrag mit dem Konzept bei der Landesschulbehörde gestellt, ehe dann Haushaltsmittel bereitgestellt werden müssten. Für das kommende Schuljahr 2007/08 sei dies nicht alles wohl mehr machbar, schätzte Gnad. Außerdem müsse dann noch eine neue Abfrage nach dem tatsächlichen Bedarf durchgeführt werden. Allerdings, so Gnad, bringe ein Ganztagsangebot mit Betreuung die Schule pädagogisch nicht voran: "Wir wollen hier kein Billigmodell." Ein Angebot nur auf einer Betreuungsebene komme nicht in Betracht. Eine Ganztagsschule "mit allem Drum und Dran" forderte Beate Krantz (CDU): Fachkräfte müssten dabei sein, denn "Schule ist Schule, wenn Lehrer dabei sind". Zumal eine Angebotsschule eben auch nur dies sei: ein Angebot, das jeder Schüler auch ablehnen könne. Krantz sprach sich dafür aus, um diese Ganztagsschule mit allen Mitteln zu kämpfen, auch, um der "großen Politik" auf Landes- und Bundesebene ein klares Signal zu geben: Hier muss endlich investiert werden.



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