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Kindergarten "Regenbogenhaus": Konflikt um Weiterbestehen der zweiten Hortgruppe bahnt sich an

Ganztagsschule contra Hort: Auflösung droht

Stadthagen (sk/ssr). Der zweiten Hortgruppe im evangelischen Kindergarten "Regenbogenhaus" an der Marienburger Straße droht aus Sicht von Eltern und Erzieherinnen durch eine Entscheidung des Stadtrats für die Einrichtung von Ganztagsschulen im Stadtgebiet die Auflösung. Denn dadurch werde der Bedarf zu den Grundschulen umgeleitet. Das möchten die Betroffenen verhindern. Doch die Stadt hält an ihren Planungen fest.

veröffentlicht am 13.02.2008 um 00:00 Uhr

Im Hort im "Regenbogenhaus" erledigen die Kinder - hier mit Unte

"Die Eltern sagen:?Wir brauchen die zweite Gruppe', die Kindergartenleitung sagt: ?Wir können und wollen es bewältigen' ". Hortgruppenleiterin Manuela Gerland hat im Pressegespräch vor Ort in dieser kurzen Aussage zusammengefasst, warum aus ihrer Sicht die zweite Gruppe weiterbestehen soll und kann. Bereits seit einigen Jahren nutzen Grundschüler, die nachmittags zu Hause nicht betreut werden können, das Hortangebot (montags bis freitags von 12.45 Uhr bis 17 Uhr) im "Regenbogenhaus". Der Bedarf an Plätzen stieg. Im August 2007 wurde - zunächst für ein Jahr - eine zweite Gruppe für zehn Kinder genehmigt und eingerichtet. Um diese Gruppe zu etablieren, müssten bauliche Ergänzungen, unter anderem im Bereich der sanitären Anlagen, geschaffen werden, aber aus Sicht von Gerland nur relativ "geringfügige". Katja Schaub (39), deren Tochter Nele (6) den Hort besucht, ist sehr am Weiterbestehen der Betreuungsplätze gelegen. Die Lehrerin, deren Ehemann sich aus beruflichen Gründen nachmittags ebenfalls nicht um die Kinder kümmern kann, sieht ihre Tochter im Hort bestens versorgt und aufgehoben. Im "Regenbogenhaus" hat Nele vier Jahre den Kindergarten besucht. Jetzt isst die Grundschülerin mit ehemaligen Kindergartenfreunden im Hort zu Mittag, und gemeinsam werden die Schularbeiten erledigt. Hierbei können die Kinder auf die Hilfe der Erzieherinnen zählen, aber auch auf die Unterstützung der älteren Hortkinder. "Als Mutter finde ich es toll, dass die Kleinen von den Großen profitieren", so Schaub. Für ruhiges Arbeiten steht den Kindern ein separater Raum zur Verfügung. Nach Erledigung der Hausaufgaben bietet die Kindergartenumgebung inklusive Außenbereich reichlich Möglichkeit zum Spielen und Toben. Die Schüler haben noch "eine tolle Möglichkeit, hier Kind zu sein", meint Schaub. SelbstFreunde dürfen mitgebracht werden in den Hort, ergänzt Manuela Gerland. Eine besondere Verlässlichkeit für berufstätige Eltern biete das Angebot der Ferienbetreuung im Hort. Insgesamt 28 Kinder besuchen zurzeit die Einrichtung. "Grundsätzlich durchaus Verständnis für die Sichtweise der Betroffenen" äußerte aus Sicht der Stadt gestern auf Anfrage deren Pressesprecher Fritz Wehling. Allerdings sei von Anfang an klar gewesen, dass die zweite Hortgruppe nur befristet laufen sollte. Entscheidend für die Entwicklung sei aber dieeinhellige Auffassung im Rat der Stadt, die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen zu betreiben. Zentrale Begründung: "Der gezielten pädagogischen Förderung der Schüler kann an Ganztagsgrundschulen besser Rechnung getragen werden", diese sei in den Horten der Kindergärten "nicht optimal".



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