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Geheimnisvolle Highlands und Burgen / Leserreise vom 29. Mai bis 4. Juni

Ganz wild auf Whiskey und Kilt: Die schönsten Seiten Schottlands

Edinburgh. Aiden ist IT-Chef in einem mittelständischen Unternehmen in Edinburgh. Ein hoch aufragender Mann, mindestens 1,90 Meter groß, hager, schmales Gesicht, etwas blass um die Nase, Brille, sachlich in jeder Situation. Ein typischer Programmierer, der Bemerkungen wie „Verdammt noch mal, das funktioniert hier nicht“ mit einem ruhigen „Lassen Sie mal sehen, das kriegen wir schon wieder hin“ ausgleicht – mit anderen Worten: einer, der vom Ungeheuer in den Tiefen des Loch Ness normalerweise nichts halten dürfte. Doch was tut dieser coole, furztrockene Typ, wenn man ihn danach befragt? Er zieht die Augenbrauen hoch, kratzt sich mit dem Zeigefinger an der Stirn und fängt an, in Halbsätzen zu sprechen. „Weiß nicht. Vielleicht… ist es ja da… dort draußen…“

veröffentlicht am 07.01.2011 um 15:59 Uhr

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Autor:

Jean LeGrand

Wenn’s um Loch Ness geht, verstehen sich die Schotten als Hüter eines großen Geheimnisses, das weltweit die Menschen bewegt. Großformatige Boulevardblätter haben ja auch immer versucht, Beweisfotos von der Existenz Nessies zu veröffentlichen. Was man darauf erkannt hat, nun ja, wer ein paar schottische Whiskeys getrunken hat, hat vielleicht auch das Ungeheuer gesehen…

Überhaupt: der Whiskey. Schottland ist das Land, in dem pro Kopf am meisten Whiskey getrunken wird, nicht selten im Kilt, dem Schottenrock für Männer, die angeblich nichts darunter tragen… Der Whiskey, ein heiliges Getränk, kein eiliges. „Für Whiskey lässt man sich Zeit“, sagt Finlay, dessen Pub im Herzen Edinburghs jeden Abend rappelvoll ist. Über 40 Sorten stehen hübsch nebeneinander gereiht im großen Regal hinter der Theke. „Cheers“, sagt der Wirt und stellt einen Single Malt auf den Tresen. Der erste Duft ist eine Mischung aus Teer, Rauch, Schlamm… Ein olfaktorisches Feuerwerk, an das sich Ungeübte erst noch gewöhnen müssen. Aiden, der IT-Manager, hat das längst getan, vielleicht, weil seine Art so trocken ist wie ein guter schottischer Whiskey. Brüder im Geiste. Und in den Highlands gibt es so viel des guten Gebräues zu entdecken wie nirgendwo anders auf der Welt. Zurzeit sind rund 16 Millionen Fässer in Schottland damit gefüllt. Das gute Zeugs reift und reift und reift. Bevor ein Whiskey im Glas landet, sind mehrere Jahre, bei den guten meistens mindestens zwölf vergangen. „Wie gesagt: ein heiliges, kein eiliges Getränk“, sagt Finlay und stellt Aiden ein Glas vor die Nase. „Thank you.“ Feierabend. Wo sonst könnte man ihn besser genießen als im Pub.

Großartige Seenlandschaft: Die Highlands Schottlands gehören zu den geheimnisvollsten Gegenden in ganz Europa.



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