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Christian Albert (21) aus Rinteln will als Mönch im Kapuzinerorden leben

"Ganz sicher: Es ist der richtige Weg"

Rinteln. Es ist jetzt schon das zweite Mal, dass Christian Albert (21) ein Zeitungsinterview gibt. Gerade nämlich hat sich der gelernte Bankkaufmann gewissermaßen öffentlich dazu entschieden, ein Kapuzinermönch zu werden und sich für ein Leben im Kloster der "Bettelmönche" vorzubereiten. Sogar die Presseagentur dpa hat darüber berichtet.

veröffentlicht am 29.01.2008 um 00:00 Uhr

Der 21-jährige Christian Albert aus Rinteln will Kapuzinermönch

Autor:

Cornelia Kurth

"Dabei weiß ich ja noch nicht mal, ob ich überhaupt aufgenommen werde", sagt er. "Ich selbst bin mir zwar jetzt ganz sicher, dass es der richtige Weg für mich ist. Aber ob man mich wirklich für berufen hält, das erfahre ich erst im Juli." Jeder Anwärter muss sich den eingehenden Fragen von Priestern und Mönchen stellen, und auch ein psychologisches Gutachten wird erstellt, damit sich niemand voreilig auf ein so besonderes und durchaus mit Entsagungen verbundenes Leben einlässt. In der katholischen Kirche St. Sturmius engagiert sich der junge Rintelner schon lange,übrigens auch in der evangelisch-lutherischen Kirche, wo er im Posaunenchor mitspielt, was dem Heiligabend immer eine leichte Hektik gibt, begleitet er doch zunächst das St.-Sturmius-Krippenspiel, eilt dann nach Almena zum Posaunenspiel, um schließlich in Rinteln an der Christmette teilzunehmen.Diese ökumenischen Weihnachten ergaben sich aus dem Umstand, dass seine Mutter katholisch ist, der verstorbene Vater aber evangelisch war. Trotz dieses doppelten Engagements gehörte Christian Albert schon immer eindeutig zur katholischen Gemeinde, hat Erstkommunion und Firmung empfangen und war Messknabe in den Gottesdiensten. "Trotzdem habe ich den Unterschied zwischen den Konfessionen lange nicht wichtig genommen", sagt er. "Erst vor zwei Jahren wurde mir eindeutig klar, dass ich Katholik bin und nichts anderes." Den Ausschlag gab, so scheint es im Gespräch, vor allem das sichere, feste Glaubensgefüge, das die katholische Kirche so viel eindeutiger zu bieten hat als die lutherischen Kirchen. Von einem mönchischen Leben aber war noch nach dem Abschluss der Realschule keine Rede. Christian Albert entschied sich für eine Lehre bei der Bausparkasse BHW in Hameln, war auch freudig dabei und spürte nur manchmal, dass es eigentlich noch etwas für ihn viel Wichtigeres geben könne. "Nur - es ging alles so seinen Gang und ich habe mich vor dem großen Nachdenken eher gedrückt." Das allerdingsänderte sich, als er wider Erwarten nach der Ausbildung nicht übernommen wurde. Er schrieb Bewerbungen, auf die es keine Resonanz gab, meldete sich an der Fachoberschule an, um später eventuell Betriebswirtschaften zu studieren, gleichzeitig aber gingen ihm andere Gedanken durch den Kopf. "Ich war nun gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen, was ich wirklich will." Verstärkt setzte er sich in der Gemeindearbeit ein und nahm an "Katechesen" teil, wo man sich zusammen mit einem Priester intensiv mit Texten aus der Bibel beschäftigt. Nach Gesprächen mit einer Schwester von den Vinzentinerinnen kam ihm immer mehr der Gedanke, dass das Leben in einem Orden genau dasRichtige für ihn sein könnte. Schließlich meldete er sich für den "Treffpunkt Entscheidung" an, den der Kapuzinermönch Bruder Paulus für alle anbietet, die erwägen, in den Orden einzutreten. "Ich habe vielüber alles gelesen", sagt Christian Albert. "Und so viel mit anderen darüber geredet. Die Kapuziner ziehen mich besonders an, weil sie nicht allein die Kontemplation in den Mittelpunkt stellen. Sie öffnen sich der Welt, arbeiten für die Menschen, lassen andere in ihr Kloster." Im Sommer wird erwissen, in welche Richtung sein junges Leben laufen wird.



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