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Trettiegel ist das neue Schätzchen im Druckereimuseum am Hefehof

Ganz selten wird so etwas angeboten

Hameln (ul). Das Druckereimuseum auf dem Hefehof in Hameln hat pünktlich zur Jahreshauptversammlung sein neuestes Schätzchen präsentiert. „Bei Ebay haben wir es entdeckt, ganz selten wird so etwas angeboten“, berichtet Vorsitzender Jürgen Seeger. Unter Mithilfe von Carsten Wilkesmann, der in der richtigen Minute den „Klick“ setzte, hat das Museum „Die bewegliche Letter“ den Zuschlag bekommen. Seeger und Böhne holten den Trettiegel in Oldenburg ab.

veröffentlicht am 31.03.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

Tiegeldruckpressen wurden eigentlich mit der Muskelkraft der Arme angetrieben. Mit ihnen wurden Familiendrucksachen, Rechnungen und Briefbogen einzeln gedruckt. Um schneller zur werden, konstruierte man, vermutlich in England, für das Boston-Tiegelprinzip einen sogenannten Trettiegel. Die Kraftübertragung im Druckprozess erfolgt dabei vergleichbar mit einer Tretnähmaschine über ein Schwungrad mit Fußhebelbedienung. Beide Hände wurden somit frei für das Einlegen und Abnehmen der Druckbogen. Außerdem hat der Verein eine Perforiermaschine, die Seeger mit Klaus Baatz aus Gleidingen bei Hannover/ Laatzen geholt hatte, inzwischen entrostet und neu gestrichen.

„Dank der technischen Begabung von Klaus Wölm ist sie wieder funktionsfähig, wenngleich doch ein paar Zähne des Perforierkammes auf der Strecke geblieben sind.“ Seeger freut sich auch darüber, eine kleine, sehr nostalgische Kreuzbruch-Falzmaschine auf einer Palette im Museum stehen zu haben, die allerdings noch restauriert werden muss.

Mit fünf neuen Mitgliedern hat sich die Zahl auf 52 Mitglieder erhöht. Und die aktiven – meist ehemaligen Drucker und Setzer – freuen sich über den Anstieg der Besucherzahl um 100 auf insgesamt 436 im vergangenen Jahr. Neben 169 Einzelbesuchern zu den regulären Öffnungszeiten seien drei Schülergruppen und 216 Besucher in 15 verschiedenen Gruppen über die Entwicklung der Druckkunst anhand der alten Druckmaschinen und der Druckobjekte informiert worden. Natürlich beteiligten sich die Mitglieder auch an den Wochenend-Sonderaktivitäten auf dem Hefehof und öffneten zum Osterbasar, bei der Oldtimerschau und dem Weihnachtsbasar „ihr“ Museum. Zu den Höhepunkten des Museumsjahres 2010 gehört zweifellos das am 19. Juni gemeinsam mit den Freunden vom Automobilmuseum veranstaltete Museumsfest mit dem für Drucker und Schriftsetzer traditionellen Gautschfest. Seeger berichtet über verschiedene Werbemaßnahmen für das kleine Museum und seine Teilnahme an den Zusammenkünften der Region Weserbergland des niedersächsischen Museumsverbandes. Hier treffen sich zweimal im Jahr die Betreiber auch kleinerer Museen zum Erfahrungsaustausch.

Ausdrücklich dankte Seeger Klaus Baatz, Erich Bunn, Lukas Eikens, Friedhelm Vornhülz, Klaus Wölm und Joachim Wrobel für ihre stetige Bereitschaft, im Museum aktiv mitzuarbeiten. „Auch Giuseppe Martella stand immer zur Verfügung, wenn wir ihn brauchten.“

Seinen Dank richtete Seeger an die Sponsoren, darunter die Firma CW Niemeyer. Ebenfalls gedankt wurde Jürgen Hilscher vom Formularverlag für die stete Unterstützung sowie Heidrun Welk von der Druckerei Matzow.

Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt mit Jürgen Seeger, dem stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen R. Hilscher, Schriftführerin Monika Freitag, Kassenwart Carsten Wilkesmann und Beisitzer Hans Niemeyer.

Jeweils dienstags um 10 Uhr treffen sich die Aktiven im Museum. Dabei wird nicht nur gearbeitet, sondern auch aus vergangenen Zeiten geplaudert. Weitere Mitstreiter sind jederzeit gern willkommen.



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