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Der Hohenstein ist der "Klassiker"

Ganz schön alpin: Klettern im Weserbergland

Weserbergland. Klettern? Im Norden? Da ist doch alles platt! Derartige Vorurteile können eigentlich nur aus der Alpenregion kommen, wo hohe Massive Bergsteiger von nah und fern locken. Doch auch im Norden kann man klettern, halten Weserbergland und Weser-Leine-Bergland sogar ganz besondere Herausforderungen bereit, die nicht nur Einheimische und Holländer locken.

veröffentlicht am 27.08.2008 um 00:00 Uhr

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"Einfach sind hier viele Felsen wirklich nicht", sagt August Becker, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins (DAV), Sektion Hameln. Ob Kalk-, Sandstein- oder Steinbruchfelsen - zwischen Süntel und Ith warten auf Kletterer viele attraktive Reviere höchst unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Massive, Türme, gigantische Überhänge, Kamine und luftige Grate in sonniger Lage hoch über den Bäumen oder in schattigen Schluchtenwäldern versteckt - das alles gibt's praktisch vor derHaustür. Man muss nur wissen wo. Und wie man hinkommt. Denn nicht alle Klippen sind leicht zugänglich. Manche Felswand erfordert einen längeren Anmarsch. "Dafür hat man dort aber auch seine Ruhe", weiß Becker. Der Hohenstein im Süntel mit seinen exponierten Wänden und tiefen Kaminen ist auch Laien als Kletterparadies ein Begriff. "Lüerdissen im südlichen Ith aber ist als reines Sportklettergebiet das bekannteste", sagt Becker und erklärt: "Hier kann man als Kletterer leichter anfangen, ist besser abgesichert und findet direkt davor einen Zeltplatz." Das reize nicht nur viele Kletterer aus den Niederlanden. "An Wochenenden ist es hier oft überlaufen", hat Becker festgestellt. Hier findet man viele leichtere Routen, aber auch echte Herausforderungen wie das "Kamel" mit seiner Dachverschneidung oder das "Krokodil". "Mit schwer, hoch, brüchig, alpin", umreißen heimische DAV-Mitglieder die Tücken des Hohensteins. "Der Hohenstein ist ideal, um sich auf das Hochgebirge vorzubereiten", erklärt Becker und stellt klar: "Er ist kein Anfängergebiet, dort gibt es nur wenige leichtere Routen. Man braucht Erfahrung." Die sollte man ohnehin haben, bevor man eine Felswand erklimmt. "Niemals auf eigene Faust irgendwo herumklettern", warnt der Hamelner DAV-Vorsitzende. Denn Klettern - "die Trendsportart schlechthin", so Becker - will wie andere Sportarten auch von der Pike auf erlernt sein: "Eine solide Ausbildung ist notwendig", sagt Becker. "Man muss selbst die Risiken einschätzen können". Diese "solide Ausbildung" gibt's beim DAV. Und sie fängt in der Halle an. Von Weitem wirkt die Wand in der Hamelner Eugen-Reintjes-Sporthalle wie ein gigantisches abstraktes Kunstwerk, das unzählige rote, gelbe, blaue oder grüne "Mosaiksteine" schmücken. Die ins Auge springenden, farbigen Teile an der Wand aber markieren Routen unterschiedlicherSchwierigkeitsgrade. Draußen im Gelände wird die Schwierigkeit von Routen in Ziffern angegeben: Ab Stufe 7 aufwärts müsse man spezielle Trainingsprogramme absolvieren, klärt Marc Niggemann, Fachübungsleiter beim Hamelner DAV, auf: "Da kommt man nur durchs Klettern nicht weiter." Das "Kamel", Wahrzeichen am Ith bei Lüerdissen, hat beispielsweise 8 und 8+ - da muss man schon als Kletterer schon ein echter Könner sein. Wird der Ith gern als "löchriger Genuss für jedermann" beschrieben, der Klassiker zuhauf biete, so stellen die unter dem Reviernamen "Selter" bekannten Klippen bei Erzhausen das Kerngebiet fürsKletterer in höheren Graden dar. Ein Beispiel ist die "Schleuder" mit Schwierigkeitsstufe 9-. "Klettern lernen", sagt Niggemann, "kann jeder, der eine Leiter hochkommt." Und nicht nur er und Becker loben die abwechslungsreichen heimischen Klippen und Reviere: "Wer im Ith klettern kann, kann überall klettern".



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