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Tourismusmarketing ergänzt Faltblattserie

Ganz in Blau: Ein eigener Flyer für den "Stolln"

Feggendorf (nah). Der seit vier Jahren zu neuem Leben erwachte "Feggendorfer Stolln" dürfte bald auf noch mehr Interesse stoßen. In ihrer blauen Faltblattserie, die die "Schaumburger Land"-Tourismusmarketing bereits mehreren Rad- und zwei Wanderwegen gewidmet hat, stellt sie nun die ehemalige kleine Zeche im Deister bei Feggendorf vor. Es ist das erste Mal, dass die Fremdenverkehrsverantwortlichen sich ganz im Südosten des Kreisgebiets engagieren.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:55 Uhr

Warten auf noch mehr Besucher: Schaumburgs Tourismusleiter Olaf

Leiter Olaf Boegner ließ es sich jetzt nicht nehmen, die ersten Exemplare in den Deister zu bringen. Dort wurde er bereits von Florian Garbe und weiteren Mitgliedern der Arbeitsgruppe Bergbau im Lauenauer Heimat- und Museumsverein erwartet. Diese wollen die bis 1947 ausgebeutete Kleinzeche der Nachwelt erhalten. Einst gab es 36 Stollen und 18 Schächte rund um den Bergzug, von denen der heute als Besucherbergwerk geführte Klosterstollen Barsinghausen der größte war. Das Feggendorfer Projekt will sich zur großen Industrieanlage mit ehemals 2300 Arbeitsplätzen auf der anderen Deisterseite jedoch nicht in Konkurrenz begeben. Der auch beruflich sich dem Bergbau verschriebene Garbe und seine Mitstreiter haben es sich zum Ziel gesetzt, die Tradition und die Handwerkskunst eines heute ausgestorbenen Metiers und den typischen Charakter einer Kleinzeche bewahren. Dafür treiben sie - nach mehr als 50 Jahren Pause - einen neuen Stollen durch das Gebirge. Und sie haben zum ersten Mal wieder ein Kohleflöz durch einen Blindschacht zugänglich gemacht. Für Boegner ist das nur zu Fuß von Feggendorf erreichbare kleine Bergwerk eine "weitere wichtige Facette zur Schaumburger Industriegeschichte". Deshalb habe seine Organistion auch die Kosten für den Flyer übernommen, der seit Montag in einer Auflage von 5000 Exemplaren bei allen Schaumburger Touristinformationen erhältlich ist. Zudem können ihn Interessierte im Internet als pdf-Datei finden oder ihn direkt bei der Tourismus-Marketing, Schlossplatz 5, 31675 Bückeburg, www.schaumburgerland-tourismus.de , anfordern. Boegner ließ sich an Ort und Stelle die bereits wieder restaurierten bergmännischen Einrichtungen zeigen. Dabei wurde er von einem Reporter eines Hamelner Studios begleitet: Das Lokalradio für die Weserstadt will den spektakulären Vorgängen im nördlichen Deister gleich eine ganze Sendestunde widmen. Die Arbeitsgruppe Bergbau beteiligt sich mit ihren nächsten Aktionen beim "Tag des offenen Denkmals" am 9. September sowie beim eigenen "Tag des offenen Bergwerks" am 7. Oktober. Bis dahin können Interessierte an jedem Sonntag um 11 und um 14 Uhr in den langen unterirdischen Gang geführt werden. Vielleicht erfahren Besucher dabei noch ganz Spektakuläres: Der neue Stollenvortrieb hat fast die ehemalige Hauptstrecke durch den Deister erreicht. Für einen Meter durch den Fels werden "120 Mann stunden benötigt". Über die Hauptstrecke soll eines Tages ein unterirdischer Rundweg weiter zu einer dem "Feggendorfer Stolln" angegliederte ehemalige Wetterrösche führen. Dann wird den jetzt bereits als "einmalig" angesehenen Gegebenheiten ein weiteres Glanzlicht aufgesetzt sein.

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