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Audi füllt den Slogan „Vorsprung durch Technik“ nach mageren Jahren wieder mit neuen Inhalten

Ganz im Zeichen der Zeit

veröffentlicht am 07.02.2015 um 00:00 Uhr

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Ingolstadt. Eine ganze Zeit lang sah es so aus, als hätte Audi den technologischen Anschluss an die Konkurrenz verpasst. Ausgerechnet die Marke, die mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik“ wirbt, hinkte Mercedes und BMW hinterher, wenn es um die Themen alternative Antriebe oder Konnectivität ging. Doch plötzlich sind die Ingolstädter wieder da. Und mehr noch: Sie setzen neue Trends. Wer vermutet, dass diese Entwicklung mit der Rückkehr des ehemaligen VW-Entwicklungsvorstands Ulrich Hackenberg an seine alte Wirkungsstätte zusammenhängt, dürfte richtig liegen. Insider bestätigen, dass der Ingenieur, der in der Öffentlichkeit stets zurückhaltend auftritt, mächtig Druck macht.

Als Hackenberg während der Elektronikmesse CES in Las Vegas plötzlich seinen Arm hob, mit dem Finger auf die Smartwatch an seinem Handgelenk tippte, ein Auto daraufhin den Motor startete und wie von Geisterhand auf die Bühne gefahren kam, brandete tosender Beifall auf. „Dieses Auto ist ein Beispiel dafür, wie wir uns die Zukunft der Mobilität vorstellen“, erklärte der alte und neue Audi-Entwicklungschef. Was über die Smartwatch funktioniert, geht auch übers Smartphone, über das man wesentliche Fahrzeugfunktionen aktivieren kann.

Das „Internet der Dinge“, das alltägliche Dinge miteinander vernetzt, ist nicht mehr aufzuhalten. Und die Audi-Entwickler haben sich diesen Grundgedanken inzwischen auch zu eigengemacht, offenbar fest entschlossen, auf diesem Feld ganz vorne mitzuspielen. Auch wenn viele Technologien noch Zukunftsmusik sind und ihre Serienreifewohl noch deutlich länger als zwölf Monate auf sich warten lassen wird, stehen einige der Innovationen in den Startlöchern.

Ein Meilenstein dürfte hier beispielsweise die nächste Generation der Sprachsteuerung sein, die bereits im neuen TT vorhanden ist. Bei ihr gibt es keine festen Kommandos mehr, sondern einen natürlichen Dialog mit der Maschine. Sagt der Fahrer etwa: „Hol mir bitte Max Mustermann ans Telefon“, antwortet der Computer „Soll ich Max Mustermann jetzt anrufen?“ Die Zeit der formatierten Kommandos ist damit vorbei. Auf diese Weise können vorerst 130 Funktionen gesteuert werden. Für jeden Befehl hat Audi hundert verschiedene Varianten entwickelt, um natürlichen Sprechgewohnheiten möglichst nahe zu kommen.

Zurzeit versteht der Computer nur Englisch und Deutsch und tut sich auch noch bei Dialekten schwer. Doch eine französische, italienische, spanische sowie eine amerikanische Version sind bereits in Vorbereitung. Was für Anrufe gilt, gelingt auch bei der Onlinesuche, wie nach einem Restaurant – und weil die elektronischen Möglichkeiten inzwischen tatsächlich unbegrenzt scheinen, nimmt das Navi das ausgewählte Restaurant sofort auf und zeigt die Route an.

Zukunftsweisend ist auch das zentrale Fahrerassitenzsteuergerät (zFAS), in dem alle verfügbaren Informationen der Sensorik zusammenlaufen und nicht mehr, wie üblich, von getrennten Steuergeräten gemanagt werden. Das zFAS gilt als zentraler Baustein für die kommenden Entwicklungsschritte des pilotierten Fahrens, bei dem der Autopilot beispielsweise im Stau zentrale Funktionen übernimmt und gleichzeitig durchs Scannen der Umgebung ständig dazulernt. Ganz vorne in der Entwicklung sind die Ingolstädter auch beim Laserlicht. Künftige Lichtquellen können Straßen mehrere hundert Meter weit punktgenau ausleuchten, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Die Technik ermöglicht nicht nur neue Scheinwerferdesigns und damit neue Gestaltungsmöglichkeiten, sondern vereinfacht auch das Thermomanagement.

Das sind einige wenige Beispiele aus einem ganzen Elektronikbaukasten, an dem man in Ingolstadt arbeitet. Für Audi ist die Rückkehr von Perfektionist Hackenberg schon jetzt ein Segen. Denn die Marke mit den vier Ringen liefert wieder.



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