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Ein Single Malt ist ein Stück flüssiges Schottland: Andreas Schmidt Probst bittet zum Whiskytest

"Ganz einfach: Schmeckt oder schmeckt nicht"

Krainhagen/Rinteln. Tief tippt der Tester seine Nase ins Glas, zieht den Atem ein, schmeckt und gibt sein Urteil ab: "Riecht wie eine Bremsspur auf einer nassen Spätsommerstraße." Andreas Schmidt Probst würde nicht widersprechen: "Geschmack ist subjektiv."

veröffentlicht am 14.11.2008 um 00:00 Uhr

Andreas Schmidt Probst

Autor:

Jessica Janson

Damit jeder herausfinden kann, welcher Whisky ihm schmeckt und welcher nicht, bietet Schmidt Probst "Whiskytasting" an: Im Restaurant "Schaumburger Ritter", direkt gegenüber der Schaumburg, konnte der edle Tropfen jetzt getestet werden. Schon vor dem ersten Gang wird ein edler Tropfen ausgeschenkt. Ein Lowland-Whisky aus Schottland. "Als Lowland bezeichnet man die Region unterhalb von Glasgow und Edinburgh", erklärt Schmidt Probst vom Internet-Versand "House of Whisky" in Krainhagen. Er hat die verschiedenen Sorten für den Abend ausgewählt, und weiß zu jedem einzelnen Whisky Erklärungen und kleine Geschichten. "Das Jahr, das auf dem Etikett des Whiskys angegeben ist, bezieht sich immer auf den jüngsten Inhaltsstoff", erklärt der Kenner. Die Masterblender, auch Supernasen genannt, die in jeder Destille den edlen Tropfen beurteilen, können oft schon anhand des Geruchs und des Aussehens eines Whiskys sein Alter und die Qualität bestimmen. Und so gibt der Veranstalter auch den anwesenden Liebhabern den Tipp, nicht nur zu schmecken, sondern auch den Geruch und das Aussehen in die Beurteilung mit einzubeziehen, denn "mit unserer Nase können wir viel mehr erkennen als mit unserer Zunge." Die Assoziationen der anwesenden Gäste, deren Nasen noch nicht soweit waren wie die der Superblender, sind dabei sehr unterschiedlich. "Nussig" und "beißend" wird einer der angebotenen Whisky von ihnen charakterisiert. Ein Gast findet dagegen, dass er "riecht wie neue Lederschuhe". Nicht nur für Whisky- Neulinge ist die Veranstaltung interessant. "Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit Whisky", erzählt Erwin Becker aus Steinbergen. Doch auch für Fans wie ihn hat sich der Abend gelohnt. Neben eher unbekannten Sorten des Getränks präsentiert Schmidt Probst den interessierten Zuhörern nämlich auch Hintergrund-Informationen: "Die Auchentoshan-Brennerei am nördlichen Stadtrand von Glasgow wurde im 2. Weltkrieg von einem verirrten deutschen Flieger ausgebombt", erklärte er. Damit hätten sich die Deutschen bei den Schotten, für die Whisky ein Nationalgetränk ist, nicht gerade beliebt gemacht. Doch die Brennerei wurde wieder aufgebaut, und so können sich die Anwesenden selbst eine Meinung über den dreifach destillierten Single Malt bilden. Die fällt einhellig aus: "Große Klasse." Passend zu den angebotenen Whisky serviert Stephan Kehlenbeck, Chefkoch und Geschäftsführer des Restaurants "Schaumburger Ritter", ein Vier-Gänge Menü. Selbst Schmidt Propst ist an diesem Abend häufig überrascht, wie gut die Speisen und die ausgewählten Whiskys sich ergänzen. Ein Grund könnte sein, dass Kehlenbeck selbst ein Whisky-Kenner und Liebhaber ist. "Ich habe eine Zeit lang in Schottland gearbeitet und über 25 Destillerien besucht", erzählt er. In seinem Restaurant stehen zur Zeit etwa 30 Whisky auf der Karte. "Dabei reicht das Angebot vom schottischen Malt und Blended über irischen und amerikanischen Whisky". Gerade wegen dieser engen Verbundenheit des Restaurantleiters zum Whisky ist sich Schmidt Probst sicher: "Solch eine Veranstaltung mache ich nur hier". Am späten Abend verlassen die Gäste nach einem gelungenen Abend das Restaurant, vielen wird eine Aussage des Whiskykenners Schmidt Probst im Gedächtnis geblieben sein. Auch wenn es viele unterschiedliche Whisky gebe, die noch unterschiedlichere Geschichten hätten, sei die Unterscheidung doch eigentlich sehr einfach: "Schmeckt oder schmeckt nicht."



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