weather-image
16°
Ursula Schmidt informiertüber Schloss Baum / Mit Fackeln zum Pyramidengrab

Gästeführung nimmt kleinstes Schloss der Welt ins Visier

Rusbend (bus). Schloss Baum, nach aktueller Auskunft von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe das kleinste Schloss der Welt, hat im Mittelpunkt des jüngsten Angebots vom Arbeitskreis Gästeführung der Schaumburger Landschaft gestanden. Die unter der Regie von Ursula Schmidt organisierte Veranstaltung umfasste einen Spaziergang in der barocken Gartenanlage, ein stimmungsvolles Abendessen und etliche Details aus der Geschichte des Lustschlosses. Zwischendrin gab's, begleitet von Fackelträgern des Infanterieregiments Wölpinghausen, einen Abstecher zum nahe gelegenen Pyramidengrab und zahlreiche Anekdoten aus dem Leben des Grafen Wilhelm, der als Erbauer der Anlage gilt.

veröffentlicht am 17.11.2008 um 00:00 Uhr

Ursula Schmidt findet tatkräftige Unterstützung bei zwei Angehör

Das auf Eichenpfählen ruhende Haus, mit dessen Errichtung man 1757 begann, sollte samt reich verziertem Garten offensichtlich als eine Art Einsiedelei für den Adligen entstehen. Konzeptionell war alles nur auf die Nutzung durch eine Person ausgerichtet - selbstverständlich mit entsprechender Bedienung. Der Zeitentsprechend, erfuhr die Gartenanlage eine symmetrische, dem Spätbarock verpflichtete Gestaltung. Die Hauptachse der Gesamtanlage wurde, betont durch eine zweireihige Allee, auf die in nordwestlicher Richtung liegende Ortschaft Frille ausgerichtet. Vor dem Gebäude (Richtung Frille) lag ein repräsentatives, der Öffentlichkeit zugängliches Bowling-Green, hinter dem Haus ein halbkreisförmiges "intimes" Orangerieparterre. Die Bereiche waren durch Laubengänge, die außerhalb des Gartens in die Umgebung führten, voneinander getrennt. Das Zentrum des Orangerieparterres bildete ein ovales Bassin, dessen Wasserspeier mit der als Pendant zum Schlösschen errichteten Wasserkunst verbunden war. Hier hatte man zwei manieristische Prunkportale aus dem Bückeburger Schloss integriert und dessen gestalterische Themen - Musik und Wasser - sinnstiftend verwendet. Besondere Beachtung fiel der üppigen Pflanzensammlung zu. Die intensive Nutzung als Sommersitz Wilhelms und später als idyllischer Aufenthaltsort der gräflichen Familie führte zu Gestaltungen und Bauwerken auch im Umfeld des eigentlichen Lustgartens. Wie etwa die als Mausoleum konzipierte kleine Pyramide. Sie stellt eines der frühesten Objekte dieses Typs in Deutschland dar undsollte später häufig als Staffage in Landschaftsgärten Verwendung finden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare