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Wilhelm Brandhorst legt Trittsiegel eines Sauriers frei / Bald in Kleinenbremen?

Fußspur des Sauropoden führt direkt ins Bergwerksmuseum

Kleinenbremen (ly). Zuwachs für das Bergwerksmuseum: Wilhelm Brandhorst (62) hat im Wiehengebirge den versteinerten Fußabdruck eines Dinosauriers gefunden, der demnächst in Kleinenbremen landen dürfte. Wilhelm Brandhorst aus Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke? Genau der. Anfang 2004 hatte der Hobby-Geologe bereits das Tatzensiegel eines Raubsauriers entdeckt (wir berichteten), welches dann ebenfalls ins Museum für Bergbau und Erdgeschichte gekommen war, wo so etwas nach Überzeugung von dessen Leiter Dr. Gerhard Franke auch hingehört.

veröffentlicht am 22.05.2007 um 00:00 Uhr

Fundstelle: Entdecker Wilhelm Brandhorst (rechts) und Dr. Klaus-

"Regionale Identität ist unser Standbein", erklärte Dr. Franke. "Funde aus der Region sollten hier präsentiert werden. So weckt man das Interesse der Menschen an regionaler Geschichte." Kostenlos sind derartige Funde in der Regel nicht, was noch zu einem finanziellen Problem werden könnte. Dr. Klaus-Peter Lanservom Westfälischen Museum für Naturkunde (Münster) befürwortet jedenfalls eine Präsentation in Kleinenbremen. Zurzeit wird die etwa zehn Tonnen schwere Steinplatte mit dem Fußabdruck eines Pflanzenfressers in Münster präpariert. "Wissenschaftlich bedeutend ist der Fund, weil so etwas an dieser Stelle bisher nicht entdeckt wurde", so Dr. Lanser. Im Durchmesser misst der Dino-Abdruck etwa 30 Zentimeter. Er datiert aus dem Oberen Jura und wäre damit rund 150 Millionen Jahre alt. Noch geklärt werden muss, von wem das Trittsiegel stammt. Lanser glaubt, dass es zu einem Jungtier aus der Gruppe der Sauropoden gehören könnte, den größten Landtieren der Erdgeschichte, zum Glück Pflanzenfresser. Darunter waren so gewaltige Echsen wie der vom Schwanzende bis zur Nasenspitze annähernd 30 Meter lange und 38 Tonnen schwere Brachiosaurus. Andere Quellen gehen sogar von bis zu 80 Tonnen aus. Falls es kein Jung-Dino war, käme laut Lanser als Alternative ein erwachsenes Tier einer klein bleibenden Art von Vegetariern infrage. Um einen Pflanzenfresser handelt es sich auf jedenFall, denn die hatten runde Füße, rund wie der Abdruck. Wie groß das Tier in dem Moment war, als es seine Fußspur hinterlassen hat, vermag der Paläontologe (noch) nicht zu sagen. "Ich hoffe, dass wir noch einen zweiten Abdruck freilegen", so Lanser. "Dann könnten wir aus der Schrittlänge auf die Größe schließen." Wilhelm Brandhorsts jüngste Entdeckungin einem Steinbruch scheint zu bestätigen, dass das Wiehengebirge vor Jahrmillionen eine Küstenregion mit weiten Ebenen war. Der Dino muss nämlich im flachen Wasser gelaufen sein. "Die Steinplatte ist versteinerter Meeresgrund", erklärt Brandhorst. Deutlich zu sehen sei dies an den wellenförmigen Ribbelmarken. Zunächst hatte Brandhorst nur diese Marken gesehen, nachdem er monatelang an der Fundstelle vorbei gegangen war. Dann wurde er aufmerksam und legte den Abdruck frei. Der Sammler ist überzeugt: "An der Stelle muss eine ganze Fährte sein."

Wie gemeißelt: Gut zu erkennen sind außer dem Fußabdruck auch we
  • Wie gemeißelt: Gut zu erkennen sind außer dem Fußabdruck auch wellenförmige Ribbelmarken, die den Fund als versteinerten Meeresgrund ausweisen.


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