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Stadtkoordinatorin legt Vorschläge vor

Fußgängerzone: "Rat muss mal Stellung beziehen"

Obernkirchen (rnk). DieÖffnung der Fußgängerzone, die Leerstände in der Innenstadt und die anstehenden Gespräche mit den Vermietern, ein Werbebanner vor den Toren der Stadt und ein Hinweisschild auf dem Wochenmarkt - ungewohnte Themen standen im Mittelpunkt der Sitzung des Ausschusses für Partnerschaft und Kultur. Der Anlass war der erste Bericht der neuen Stadtkoordinatorin Dörte Worm.

veröffentlicht am 21.06.2008 um 00:00 Uhr

Dörte Worm

Hoffnung, aber auch Resignation habe sie in ihren ersten Gesprächen mit Einzelhändlern und Bürgern gehört: Obernkirchen habe noch eine Chance, aber, so viele Einzelhändler, wenn man selbst Ideen entwickle, dann würden diese nur selten, wenn überhaupt, aufgegriffen. Und damit drehte sich im Ausschuss fast alles nur noch um eine Frage: Soll die Fußgängerzone nun geöffnet werden oder nicht? Man müsse auch mal etwas probieren, überbrachte Dörte Worm die Meinung der befragten Einzelhändler: Wenn man das Gefühl vermittelt bekomme, man selbst mache, was man könne, und nichts passiere, dann sei dies frustrierend. Bei allem Respekt vor dem Einzelhandel: Den allein selig machenden Königsweg sah Horst Sassenberg (CDU) in der Öffnung der Friedrich-Ebert-Straße nicht. Wer nach Obernkirchen zum Einkaufen fahre, etwa zum Marktkauf, der bleibe auch dort - und fahre dann eben nicht in die Innenstadt. Achter, Rossmann, Aldi - das sei das Dreieck, in dem sich die Menschen in der Innenstadt beim Einkauf bewegen würden. Sassenberg malte für die Zeit nach dem Aldi-Umzug ein eher düsteres Bild an die Wand des Sitzungssaales. Dass die Einzelhändler generell für eine Öffnung der Fußgängerzone seien, glaubte er nicht: Manche seien dafür, andere dagegen. Generell ändere sich eine Innenstadt jedes Mal, wenn auf der grünen Wiese ein neuer Markt entstehe. Allerdings sah Sassenberg ein städtisches Gremium durchaus in der Pflicht: "Der Rat muss mal Stellung beziehen." Das allerdings könnte dauern, denn im zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt stand das Thema noch gar nicht auf der Tagesordnung, obwohl der Ausschuss recht häufig tagt. "Warum passiert da nichts?", fragte Irmhild Knoche (Grüne) in die Runde und erinnerte daran, dass der Rat den Auftrag habe, sechs Monate nach der letzten Sitzung der "Zukunftswerkstatt Innenstadt" eine Zwischenbilanz zu ziehen: "Die sind in acht Wochen vorbei." Knoche sah eine Verunsicherung seitens der Politik, sich mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen. Dem widersprachen Sassenberg und Martin Schulze-Elvert (CDU). Die Entwicklung der Innenstadt, so Schulze-Elvert, sei "eine der 46 Baustellen" der Stadt: "Jetzt arbeiten wir die Anbindung des Rösertors ab." Generell könne die Politik nur Impulse setzen, aber keine Lösungen anbieten. Und man müsse abwarten, wie sich die zu erwartenden Rösertor-Einkaufsströme bündeln würden. Aber innerhalb der CDU/WGO-Gruppe werde die Öffnung der Fußgängerzone noch abgewogen, eine einhellige Meinung gebe es noch nicht. Der Rat, so antwortete Adolf Bartels, sei gut beraten, wenn er schnell eine Antwort finde - und diese sollte auf gar keinen Fall lauten, die Fußgängerzone auf Probe zu öffnen: Vor allem Senioren hätten dann Probleme, sich an die neue Regelung zu gewöhnen. In einem Punkt war sich Bartels mit der CDU einig: Die Attraktivität der Geschäfte so herzustellen, dass sie ein Alleinstellungsmerkmal hätten und so Kunden nicht nur aus der Stadt, sondern auch von außerhalb anzulocken, das sei die Aufgabe der Geschäftsleute und nicht der Politik. Bornemann-Platz, Rösertor, Park-Leitsystem: "Alles greift ineinander", erinnerte Beate Krantz (CDU). Die Lösungen fänden sich im wirtschaftlichen Verhalten, meinte Schulze-Elvert und forderte: "Man muss den Leuten sagen, was wir haben." Denn das Geld, unterstützte Stadtkoordinatorin Worm mit Blick auf die Klientel der Senioren, das Geld und damit Kaufkraft sei durchaus vorhanden. Zuvor hatte Dörte Worm Bürgermeister Oliver Schäfer eine Liste der Punkte übergeben, von denen sie glaube, sie seien umsetzbar: die Öffnung der Fußgängerzone, das Aufhängen von Werbebannern und Markt-Hinweisen. Demnächst, so erklärte sie, stünden Gespräche mit den Vermietern der Leerstände an. Ihr Vorschlag: im ersten Jahr kostenlos vermieten. Vielleicht würden so neue Geschäfte in die Innenstadt gelockt.

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