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Südportal des Baudenkmals Stadtkirche wird derzeit saniert / Bis spätestens 2010 ist auch die Hauptfassade an der Reihe

"Fürst Ernst hat uns ein schönes Vermächtnis hinterlassen"

Bückeburg (rc). "Fürst Ernst hat uns ein schönes Vermächtnis hinterlassen: Es gibt an der Stadtkirche immer etwas zu tun". Mit Humor nimmt es Gerhard Diekmann, der Leiter der Bauabteilung, dass auch in diesem Jahr die Landeskirche wieder eine erkleckliche Summe - rund 25 000 Euro - ausgeben muss, um das von Fürst Ernst 1611 bis 1615 erbaute Baudenkmal Stadtkirche in Schuss zu halten.

veröffentlicht am 24.08.2006 um 00:00 Uhr

Das Südportal der Stadtkirche wird derzeit für einen Aufwand von

In diesem Jahr ist das Südportal an der Reihe, an dessen Sandstein im Zuge der Jahrhunderte der Zahn der Zeit genagt hat. Wasser ist eingedrungen und hat Sandstein, Fugen und unsachgemäß eingebrachten Mörtel platzen lassen. Durch Setzungen haben sich Stein verkeilt. Da Verankerungen fehlen, werden Gesimse und Sockel nach vorne gedrängt. "Mehr eine Sanierung denn eine Renovierung", wie Diekmann im Gespräch feststellt: "Es ist dringender Handlungsbedarf, es muss etwas getan werden." Gehandelt haben die Handwerker der Schaumburger Werkstätten aus Nienstädt. Seit Beginn der Sommerferien ist das Südportal gesperrt und eingerüstet. Steinmetze haben Sockel, Gesimse, Ornamente und weiteren Zierrat nach unten gehievt, sanieren die Steine vor Ort oder bringen sie in die Werkstatt, um abgeplatzte oder abgebrochene Teile zu erneuern. Gleichzeitig werden Teile des Portals mit dem hinteren Mauerwerk verankert: mit Edelstahlschrauben, damit nicht wieder Rost dem Portal zusetzen kann. Über dem Portal wurde eine Stahlträger eingezogen, um die darüber liegende Baulast abzufangen und das Portal zu entlasten. Wie lange die Arbeiten noch dauern, kann Diekmann nicht sagen. "Viele Schäden haben sich erst im Verlauf der Arbeiten gezeigt. Wir müssen schauen, was uns noch für Überraschungen erwarten." Sicher ist, dass die Sanierung des Portals und die Sanierung weiterer Fenster auf der Nordseite der Kirche Kleinigkeiten sind im Vergleich zu dem, was noch auf die Landeskirche zukommt - die Sanierung der Hauptfassade des einzigartigen Baudenkmals der Weserrenaissance. In den vergangenen Wochen hat sich Diekmann zusammen mit Restauratoren und weiteren Baufachleuten an eine Bestandaufnahme gemacht,überprüft Fugen, Sockel und Balustraden, um einen Überblick zu erhalten. Im Winter wollen die Experten dann in sich gehen und ein Sanierungskonzept samt seiner Finanzierungsmöglichkeiten beratschlagen. Diekmann: "Ohne Bundes- oder Landesmittel werden wir dieses Vorhaben nicht schultern können." Spätestens 2010, so die zeitlichen Vorstellungen Diekmanns, soll die Fassade saniert werden. Aufgrund der bevorstehenden Gesamtsanierung verzichtet die Landeskirche derzeit darauf, notwendige Arbeiten an der Fassade vorzunehmen - bis auf kleinere Sicherungsmaßnahmen. Schriftband und Wappen, die dringend nachgemalt werden müssten, bleiben zunächst, wie sie sind. Und auch Birkenschößlinge, die sich auf einem Sims breit gemacht haben, dürfen weiterwachsen. Obwohl, so Diekmann: "Sie glauben gar nicht, was die Wurzeln für Schäden anrichten können."

Jürgen Bitterling, Andreas Pflugstedt, Rolf Wesemann, Volker Stu
  • Jürgen Bitterling, Andreas Pflugstedt, Rolf Wesemann, Volker Stuckenberg, Philipp Pflugstedt und Udo Nacke (v. li.). Foto: ein
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