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Baubetriebshof: Verwaltung legt ersten Lagebericht vor / 2007 mit Minus von 83,82 Euro abgeschlossen

Für Pflege der Edelrosen geht viel Zeit drauf

Obernkirchen (rnk). Was macht eigentlich der Baubetriebshof? Eine Frage, die sich in den letzten zwei Jahren immer wieder in den Ausschüssen gestellt wurde, seit der Baubetriebshof am 1. Januar 2006 als so genannter optimierter Regiebetrieb in die kaufmännische Selbstständigkeit entlassen wurde. Seit vorgestern Abend haben die Politiker der Bergstadt eine Antwort: Die Verwaltung legte den ersten Lagebericht vor.

veröffentlicht am 30.01.2008 um 00:00 Uhr

Gestern: Baubetriebshof-Einsatz in Krainhagen. Fotos: rnk

So ganz zufrieden war Kämmerer Wolfgang Seele allerdings mit dem vorgelegten Bericht nicht. Nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten durch krankheitsbedingte Ausfälle wichtiger Mitarbeiter und Einsatzproblemen bei der ausgewählten Software gab es für 2006, also das erste Jahr in der wirtschaftlichen Selbstständigkeit,nur einen Bericht, der nicht in allen Punkten befriedigen könne. Die Gewinn- und Verlustrechnung sah für das erste Jahr einem Umsatzerlös von 802 281 Euro vor, dem vor allem Löhne und Gehälter von 547 666 Euro entgegenstanden. Dazu kamen als zweitgrößter Posten soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung von fast 110 000 Euro. Unter dem berühmten Strich blieb ein Betriebergebnis von minus 8347 Euro. Ein Jahr später, am 31. Dezember 2007, hatte sich zwar der Umsatz auf 853 000 Euro gesteigert, aber Lohnkosten und Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sind ebenfalls in die Höhe geschnellt. Immerhin: Rein rechnerisch entsteht nur ein Minus von 83,82 Euro. Anhand des Lageberichtes konnten die Ausschussmitglieder weitgehend nachvollziehen, wie und womit der Baubetriebshof seine Arbeitszeiten verbringt. Etwa mit der Unterhaltung deröffentlichen Grünflächen, die 2007 mit insgesamt 1638 Stunden und damit 9,40 Prozent am Gesamtauftragsvolumen zu Buche schlug. Das Mähen der Großflächen nahm dabei mit 256 Stunden den größten Raum ein. Über welche Flächenmaße hier geredet werden, hatte Seele separat auflisten lasen. Im Bereich der Stadt gibt es Rasengroßflächen (ab 500 Quadratmetern), die zusammengerechnet über 60 000 Quadratmeter ausmachen. Bei den Hecken fallen pro Jahr 1474 laufende Meter an, um die sich der Baubetriebshof kümmern muss, bei den Sträuchern sind es 24 551 Stück, bei den Bodendeckern 8425 Quadratmeter, bei den Wegen rund 44 472 Quadratmeter, und - sichtlich Seeles Lieblingsstelle in der gesamten Auflistung - bei den Edelrosen fallen fast 500 Quadratmeter an, von denen 286 Quadratmeter in Krainhagen zu finden und zu pflegen sind. Apropos Krainhagen: 108 Stunden haben die Mitarbeiter des Baubetriebshofes 2007 für Grünpflege und Instandsetzung des Sportplatzes benötigt - über 76 Prozent der überhaupt für die Unterhaltung von Sportanlagen 2007 benötigten Stunden. Schuld waren die Wildschweine, die den Platz vor Monaten umpflügten. 1425 Stunden hat die Unterhaltung der Spielplätze im Stadtbereich in Anspruch genommen, was einem Anteil von 7,7 Prozent am Gesamtauftragsvolumen entspricht. Im einzelnen verteilt sich die Unterhaltung auf folgende Bereiche: Mähen. Kontrolle, Reparatur, Stillegung, Sandaustausch (46 Stunden), Unterhaltung, Zaunanlagen und Abfallbehälterentleerung (88,5 Stunden). Die Unterhaltung der Straßen entspricht mit 2762 Stunden genau 14,7 Prozent am Gesamtauftragsvolumen, wobei die Pflasterarbeiten mit 524 Stunden und die Reinigung der Straßenabläufe mit 599 Stunden am stärksten die Männer des Baubetriebshofes forderten. In einer ähnlichen Dimension bewegt sich die Unterhaltung der Verkehrsseitenräume. 2469 Stunden wurde notiert und abgerechnet, davon wurden für das Mähen fast ein Drittel verwandt. Witterungsbedingt sehr gering fiel der Winterdienst aus: 2007 wurden nur 260 Stunden hierfür benötigt. 5749 Stunden und damitüber 30 Prozent am Gesamtaufwand entfallen für Leistungen für Ämter: Verkehrssicherungsmaßnahmen, Unterstützung bei der Rattenbekämpfung, Außenspielgeräte in den Kindertagesstätten reparieren und kontrollieren, nannte der Lagebericht. Eine Aufzählung, die im Ausschuss nicht überzeugte, denn diese drei Punkte ergaben nur 12 Prozent der Leistungen: Wo genau nun diese Ämterleistungen liegen würden, erkläre sich nicht, wurde seitens der CDU bemängelt. Seele hatte noch ein paar statistische Angaben beigefügt. Laut Stellenplan sind 16 Stellen im Baubetriebshof vorgesehen, durchschnittlich sind die Mitarbeiter 48,53 Jahre alt, Zwangsverrentungen und ähnliches seien nicht möglich, Mitarbeiterwechsel nur einvernehmlich umsetzbar. Versuche im vergangenen Jahr, so Seele, einvernehmliche Regelungen mitälteren Mitarbeitern zu erreichen, müssten als "gescheitert" angesehen werden: "Das klingt vielleicht hart, ist aber die Realität", erklärte der Kämmerer.Das letzte Wort hatte der Bürgermeister: Für 2007 habe die Verwaltung den Lagebericht sehr schnell vorgelegt, sagte Oliver Schäfer, in nächsten Jahr werde er ähnlich zeitnah erarbeitet - "er dauert nicht wieder so lange wie für 2006."

Für 44472 Quadratmeter Wege ist der Baubetriebshof im Jahr zustä
  • Für 44472 Quadratmeter Wege ist der Baubetriebshof im Jahr zuständig.
Pflegeintensiv nach Wildschweinbesuch: der Sportplatz Krainhagen
  • Pflegeintensiv nach Wildschweinbesuch: der Sportplatz Krainhagen.

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