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24 000-Euro-Projekt für mehr Amphibienschutz / "Bingo" macht's möglich

Für Moorfrosch und Knoblauchkröte: Acht neue Laichplätze im Landkreis

Landkreis (wil). Acht Gewässer von einer Größe zwischen 1000 und 1500 Quadratmetern werden derzeit im Meerbruch, im Schaumburger sowie im Hagenburger Wald angelegt. Die Aktion ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Naturschutzbund, Landkreis Schaumburg, der Umweltlotterie Bingo und der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) und verfolgt ein Ziel: Amphibienschutz.

veröffentlicht am 04.10.2006 um 00:00 Uhr

Thomas Brandt an einem neuen Gewässer. Bereits im nächsten Jahr

"Hier sind die Bagger gerade weg", sagt Thomas Brandt, Diplom-Biologe derÖSSM und zeigt auf ein frisch angelegtes Gewässer im Meerbruch in Winzlar. Mitten auf einer großen Bullenweide hat der Bagger das Gewässer ausgegraben, das bereits im nächsten Jahr Moorfröschen, Kreuz- und Knoblauchkröten als Laichplatz dienen soll. Diese Amphibien stehen auf der Roten Listeund kommen in Schaumburg so gut wie gar nicht mehr vor, erklärt der Diplom-Biologe. Es fehlt an geeignetem Lebensraum. "Die Zeit jetzt ist optimal, im Winter geht das Wasser bis hier oben hin", sagt Brandt. Er deutet auf eine Stelle am Schaft seiner Gummistiefel. Da die Bagger bis Ende der Woche jedoch mit allen acht Gewässern fertig sein sollen, wird es wohl keine nassen Füße geben. Gleich acht Gewässer anlegen zu können, sei ein Glücksgriff, freut sich Brandt. Im vergangenen Jahr hat die ÖSSM vier neue Laichgewässer für die Amphibien angelegt. Dass es in diesem Jahr acht sind, ist zu einem großen Teil der Umweltlotterie "Bingo" zu verdanken. Das Finanzvolumen der Gesamtmaßnahme beträgt 24 000 Euro. "Bingo"übernimmt die Hälfte, 8000 Euro zahlt der Nabu, 4000 der Landkreis Schaumburg. "Es fehlen im Landkreis hunderte von Gewässern dieser Art", sagt Brandt. Das liegt vor allem daran, dass ab den fünfziger Jahren jeder Weidetümpel einer Wasseranlage wich, mit der die Weidetiere seitdem getränkt werden. Deshalb freut es die ÖSSM umso mehr, dass das im April angeschobene Projekt nun umgesetzt wird. Die Kooperation mit Förstern und Landkreis sei gut gewesen, die Suche nach optimalen Stellen schnell erledigt. So gibt es im Bereich Meerbruch nun vier neue Gewässer, die alle in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. "Das macht auch Sinn, denn vor allem die Kreuzkröten wandern relativ viel", sagt Brandt. Im Schaumburger Wald werden drei Gewässer angelegt, im Hagenburger Wald ein neues Laichgebiet. Bereits im nächsten Jahr sollen sich hier die selten gewordenen Arten tummeln, damit der Landkreis auch langfristig Amphibienschutz betreiben kann. "Das geht ganz schnell. Solange keine Fische drin sind, ist das kein Problem." Diese fressen den Laich der Amphibien und sind die einzige wirkliche Bedrohung für die neuen Laichplätze im Landkreis.

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