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Zu Gast in Bad Nenndorf: Martin Biermann

Für Metropolregion: "Stärker im Verbund"

Bad Nenndorf (rwe). Gute Politiker müssen gut segeln können. Martin Biermann meint das im übertragenen Sinne. Der Celler Oberbürgermeister, der auch Vizepräsident des Niedersächsischen und des Deutschen Städtetages ist, greift gerne zu diesem Vergleich: Den Ku rs halten, auch wenn der Wind mal von vorne kommt. So beschreibt er seine Philosophie. "Segeln ist da besser als Bahnfahren." Da gehe es nur geradeaus und wenn ein Hindernis auf den Schiene liege, "kracht es".

veröffentlicht am 18.12.2007 um 00:00 Uhr

Martin Biermann

Biermann, ein führender Vertreter kommunaler Interessen, war auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Joachim Runkel im Schlösschen. Es ist Wahlkampfzeit, und da kommt Biermann seiner Pflicht als Schatzmeister der Landes-CDU nach und opfert seinen Abend für den Parteifreund. Schon einmal hatte ihn der Wahlkampf in die Kurstadt geführt. 1974 begleitete er als Referent des damaligen Innenministers Wilfried Hasselmann den jungen CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl. Daran könne er sich noch gut erinnern, sagt der vielreisende Biermann und freut sich übers Lachsschnittchen. "Ich habe heute noch nichts gegessen." Der OB aus Celle ist ein Vollprofi, war viele Jahre Leiter der Niedersächsischen Vertretung in Bonn, 1990 wurde er Oberstadtdirektor und später dann Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. Über gesellschaftliche Werte wird er gleich vor den Gästen referieren, nicht über den kommunalen Finanzausgleich. Auch wenn er über den viel zu erzählen hat. "Wir haben Zuwendungen wie lange nicht mehr." Das Land habeüber 20 Jahre kräftig reduziert. Laut Biermann deckelte erst Birgit Breuel den Topf, später nahm sich Gerhard Schröder 450 Millionen, und selbst Christian Wulff knöpfte den Kommunen nochmal 150 Millionen ab. "Nun kommt ein Teil des Geldes zurück", sagt Biermann. Das Land brauche starke Gemeinden, sie seien der Motor. Noch stärker wären sie aber im Verbund. Deshalb ist er ein Verfechter der Metropolregion, zu der auch Schaumburg und Celle gehören sollen. "Wir sind im Zentrum Europas", sieht Biermann riesige Chancen für den Landstrich zwischen Hannover und Göttingen. Alle beteiligten Kreise und Kommunen könnten daetwas einbringen. Er nennt Paris als Beispiel. Die Stadt habe nur drei Millionen Einwohner, der Ballungsraum Ile de Paris aber gleich 14 Millionen. "So müssen wir uns auch aufstellen", fordert er mehr Selbstbewusstsein. Der 65-jährige Biermann will bis zum Ende seiner Amtszeit 2011 die Fusion des Städtetages mit dem Städte- und Gemeindebund voranbringen.



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