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Heeresflieger erläutern Einsatzkonzept der Großraum-Rettungshubschrauber

Für die WM gerüstet: In 30 Minuten mit vier Notarztteams in der Luft

Bückeburg. Auch die Heeresflieger sind für die Fußball-Weltmeisterschaft gerüstet. Gestern Abend stellte die Bundeswehr in Achum ihre Großraumrettungshubschrauber vor, die bei so genannten Großschadenslagen oder gar Katastrophen während der WM zum Einsatz kommen sollen.

veröffentlicht am 09.06.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Zwei Maschinen vom Typ Sikorski CH-53, stationiert in Bückeburg, decken rund um die Uhr in einer 24-Stunden-Bereitschaft die WM-Spielorte im Norden von Hamburg bis Hannover und von Leipzig über Berlin hinunter bis Köln ab. Zwei weitere stehen in Laupheim in Baden-Württemberg für die süddeutschen WM-Spielorte im Einsatz. Rund 40 Soldaten sind erforderlich, um die Bereitschaft zu gewährleisten. Da Bückeburg nicht eigenes genügend medizinisches Personal hat, wurden Sanitätssoldaten aus den Bundeswehr-Krankenhäusern Hamburg und Bad Zwischenahn abkommandiert. Je eine Maschine kann innerhalb von 30 Minuten mit vier Notfallteams, bestehend aus einem Notarzt und einem Rettungsassistenten, in der Luft sein, die zweite innerhalb von 180 Minuten, wie der Leitende Arzt der Heeresflieger, Oberstarzt Dr. Stefan Pump, und der Kasernenkommandant, Oberstleutnant Hermann Grube, erklärten. Mehrere Dutzend Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis wurden gestern Abend in Achum auf Rettungskonzept und- gerät eingewiesen. Sie erfuhren, dass die CH-53 ein halbes Fußballfeld zum Landen braucht und mit ihren 20 Tonnen viel zu schwer ist, um auf einem Krankenhausdach zu landen. "Da rauschen sie durch bis unten indie Notaufnahme." An Bord des Hubschraubers befindet sich eine Grundausstattung, um zwölf Verletzte aufzunehmen. Die Ausrüstung besteht aus sechs Behandlungseinheiten zu je drei Kisten für Beatmung, Kreislauf und eine Kiste mit zusätzlichem Material. Weiterhin sind zwölf Nato-Feldtragen im Hubschrauber, dazu Schaufeltragen, Wolldecken, sechs Vakuummatratzen, zwei EKG und Defibrillationsgeräte sowie drei Pulsoxymeter. "Alles auf dem neuesten und modernsten Stand", wie der Oberstarzt sagte. Wie er weiter sagte, sieht das Konzept vor, dass die Großraumrettungshubschrauber als sekundäres Rettungsmittel zum Einsatz kommen und die bereits vor Ort arbeitenden Rettungsteams entlasten und unterstützten. Aus diesem Grund sind zusätzliche Medikamente und Verbandsmaterial an Bord. Oberstarzt Pump: "Wir sind die Kavallerie der zweiten Welle, um Kräfte vor Ort zu unterstützen." Erst wenn Verletzte stabilisiert und versorgt sind, kommen die Hubschrauber zum Ausfliegen der Opfer zum Einsatz.

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