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Das Wetter 2006: Zu warm, normal feucht und zu sonnig

Für den Winter wird es eng

Landkreis. Nach wie vor lenkt eine ausgeprägte Westströmung milde Atlantikluft nach Mitteleuropa. Eingebettete Sturm- und Orkanwirbel gestalten mit ihren Ausläufern den Wetterablauf auch weiterhin sehr wechselhaft und windig. Damit wird es für den Winter allmählich eng. Kritisches Datum für einen wenigstens durchschnittlichen Winter,ist nach allen Erfahrungen aber auch einschlägigen Bauernregeln der 6. Januar (Dreikönigstag), spätestens jedoch der 10. Januar. Konnte sich bis dahin keine Kaltluft aus Osten durchsetzen, bleiben in zwei von drei Jahren der Januar und auch der Februarüberwiegend grün. Kurze Kaltluftschübe der nasskalten Art aus polaren Breiten sind dabei nicht ausgeschlossen.

veröffentlicht am 04.01.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Dass es aber auch anders gehen kann, zeigte der Winter 1955/56. Nach einem sehr milden Dezember und einem leicht zu warmen Januar, schlug die Kälte im Februar mit brutaler Härte zu. In dem nach 1929 zweitkältesten Februar aller Zeiten, lag die Mitteltemperatur bei minus 8,4 Grad und damit um rund neuneinhalb Grad unter normal! Die extrem milde Witterung der Vormonate hielt auch im Dezember an. Im Schaumburger Land war der vergangene Monat bei einer Mitteltemperatur von 6,3 Grad um vier Grad zu warm, womit der Rekord aus dem Jahre 1974 gleich um ein halbes Gradüberboten wurde. Das vielfach frühlingshafte Wetter ließ nicht nur die Blumen sprießen, das Gras wachsen und die Pollen fliegen, sondern zeigte sich auch in den wenigen Frosttagen. So meldete Bückeburg lediglich fünf Tage mit Nachtfrost (normal 13). Wärmster Tag war der 5. Dezember mit maximal 16 Grad, während das Thermometer in der kältesten Nacht (27. Dezember) in Bückeburg auf minus 4,5 Grad fiel. Gut 40 Liter Niederschlag bedeutete für die Niederungen des Schaumburger Landes 28 Prozent weniger als üblich, während die Sonne mit 35 Stunden ihr geringes Monatssoll genau erfüllt. Der Jahresrückblick: Ein langer und kalter Winter, ein heißer Sommer sowie sehr warme und sonnige Herbstmonate prägten das vergangene Jahr. Trotz der kalten ersten drei Monate und des unterkühlten Augusts, erreichte die Jahrestemperatur in der Region Schaumburg 10,8 Grad, womit der vieljährige Mittelwert(1961-90) um 1,7 Grad überboten wurde. 2006 zählt damit zu den drei wärmsten Jahren überhaupt, die alle nach 1990 beobachtet wurden. Spitzenreiter ist das Jahr 2000 mit 11,0 Grad. Ebenso bemerkenswert: Die Spanne der Temperaturextreme vonüber 50 Grad (absolutes Minimum minus 14,5 Grad, 27. Januar; absolutes Maximum 36,3 Grad, 20. Juli). Die Sonne schien 1649 Stunden lang (plus 18 Prozent), während der Jahresniederschlag mit rund 650 Litern genau dem Mittelwert entsprach.



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