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BI Tuchtberg demonstriert vor Reichstagsgebäude in Berlin gegen Massentierhaltung und Agrarindustrie

Für Bauernhöfe statt Agrarfabriken

Dielmissen / Berlin. Anlässlich der Agrarmesse „Grüne Woche“ haben Mitglieder der BI Tuchtberg aus dem Raum Holzminden gemeinsam mit anderen Bürgerinitiativen vom Landesnetzwerk Niedersachsen „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ mit einem neuen Banner in Berlin demonstriert. Bereits zum vierten Mal hatte ein Bündnis von mehreren Verbänden aus den Bereichen Ernährung, Verbraucherschutz, Umweltschutz, Tierschutz und Landwirtschaft zur Demonstration anlässlich der weltgrößten Schau für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau aufgerufen.

veröffentlicht am 23.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

Henry Griesefell
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Die Bürgerinitiative Tuchtberg kämpft seit Jahren gegen einen Bauantrag für eine Hühnermastanlage mit Ställen für insgesamt 80 000 Tiere, die in Dielmissen entstehen soll. Die Bürgerinitiative weist seit einiger Zeit auf die Gesundheitsgefahren hin, die aus der Abluft von industriellen Mastställen entstehen, und fordert Keimgutachten für alle beantragten Mastanlagen in Niedersachsen. Zusammen mit über 900 Mitbürgern hatte die BI Tuchtberg dem Landkreis Holzminden als Genehmigungsbehörde Einwendungen gegen den Maststall vorgelegt, die dazu geführt hatten, dass der Kreis vom planenden Landwirt unter anderem ein Keimgutachten einforderte.

Bei der Auftaktkundgebung der Großdemo in Berlin am Potsdamer Platz rief Michael Hettwer, Sprecher des Landesnetzwerkes, zum Umdenken auf. „Die Bürger nehmen es nicht mehr hin, dass einzelne Agrarindustrielle auf Kosten der Allgemeinheit und zulasten der Schutzgüter Mensch, Tier und Umwelt ihre wirtschaftlichen Interessen verfolgen.“ Er wies darauf hin, dass die Bürgerinitiativen durch ihr ehrenamtliches Engagement das Thema industrielle Massentierhaltung und deren negative Folgen in die Öffentlichkeit und damit auch in die Politik getragen haben.

Die Demonstranten forderten eine artgerechte Tierhaltung ohne Antibiotikamissbrauch, faire Erzeugerpreise, umweltfreundliche Landwirtschaft, Freiheit für Saatgutvielfalt, ein Stopp für Megaställe, Höfesterben, Gentechnik und wiesen auf die massiven Risiken des geplanten Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den USA hin.

Die insgesamt 30 000 Teilnehmer der Demo zogen mit fantasievollen Kostümen und Schildern friedlich, bunt und laut durch das Regierungsviertel zum Kanzleramt. Sie wurden bei ihrem Zug von 70 Traktoren begleitet.



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