weather-image
Rekordbesuch beim Grünkohl in der Lieth-Halle / 1200 Würste, 180 Kilo Grünkohl und 2700 geschälte Kartoffeln

Für 520 Gäste reicht das eigene Mobiliar nicht mehr aus

Obernkirchen (sig). Diese Entwicklung ist frappierend: Als die Obernkirchener Bürgerschützen vor 30 Jahren das erste Grünkohlessen ausrichteten, kamen 147 Gäste. Am vergangenen Freitag füllten 520 Besucher die Lieth-Halle. Und diese Zahl scheint nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Der Zuwachs sei in den vergangenen Jahren immer größer geworden, unterstrich Stadtkommandant Wolfgang Anke zur Eröffnung des Abends.

veröffentlicht am 04.02.2008 um 00:00 Uhr

Sandra Kramer sorgt für den flüssigen Nachschub.

Längst reicht nicht mehr das eigene Mobiliar. Das Stadtkommando musste noch 200 Stühle und 20 Tische ausleihen. Starke Abordnungen kamen von den Bürgerbataillonen aus Minden, Bückeburg und Stadthagen. "In dieser Zeit dreht sich auch bei uns alles um das Nationalgericht des Nordens und um die Wurst", erklärte Bürgermeister Oliver Schäfer bei seinem Grußwort. Er fügte noch einige weitere Gründe für den Besucherstrom hinzu: Das gemeinsame Essen und Feiern bei stimmungsvoller Musik, bei Schaumburger Bier und Schaumburger "Landwein" übe in der ehrwürdigen Lieth-Halle eine besondere Anziehungskraft aus. Außerdem schmecke es hier am besten. Das alles trage dazu bei, dass der erste Freitag im Februar einen festen Platz in vielen Terminkalendern gefunden habe. "Schon Generationen vor uns wurden hier in der Lieth-Halle rauschende Feste gefeiert", erinnerten sich Gäste am Tisch des Stadtkommandanten. Zum 1. Mai und auch zum Schützenfest seien die Familien zu Fuß aus Liekwegen, aus Krainhagen und Röhrkasten gekommen, etliche Frauen auch in Tracht. Hubert Holtmann: "Die Geschäftsführungen von Heye und von den Schaumburger Steinbrüchen hatten an ihre Mitarbeiter Verzehrgutscheine im Werte von jeweils fünf Mark verteilt." Anfang der 50-er Jahre habe das Bier auch nur um die 25 Pfennig gekostet. Klaus Scholz, Adjutant und amtierender Schützenkönig, wusste zu berichten, dass er mit solchen Scheinen zur Lieth-Halle geschickt wurde, um von dort Zigaretten und Fleisch mitzubringen. Draußen auf dem Platz vor der Halle hätten damals mehrere Karussells gestanden und viele Kinder angelockt. Während dieser Erinnerungen an die "gute, alte Zeit" war das Team vom "Krug zum grünen Kranz" schon mit dampfenden Schüsseln unterwegs, um die winterliche Mahlzeit aufzutischen. Küchenchefin Steffi May hatte 1200 Würste (geräuchert und ungeräuchert), 180 Kilo Grünkohl, 80 Kilo Kassler und 60Kilo Bauchfleisch eingekauft. Die meiste Arbeit bereitete das Kartoffelschälen. Fünf Frauen haben in vier Stunden insgesamt 2700 durch ihre Hände gehen lassen. Das Endergebnis war einfach lecker. Kein Wunder, dass die Teilnehmer des Männerabends nicht nur einmal zugriffen. Danach floss der edel-herbe Gerstensaft in Strömen. Brauereibesitzer Friedrich-Wilhelm Lambrecht sah`s mit Freuden. Von dieser Mahlzeit war die Zunge so verwöhnt worden, dass einige Gäste empfanden, der heimische "Grüne" habe an Schärfe und "Griffigkeit" verloren. Nichts an Schwung verloren hatte im Laufe des langen Abends die Schaumburger Trachtenkapelle. Wolfgang Anke hatte sogar einen musikalischen Wunsch frei. Das Niedersachsenlied sollte es sein, damit auch die ungeübten Männerkehlen einstimmen konnten. Für eine mit viel Beifall aufgenommene Einlage sorgte der frühere Schützenmajor von Lahde, Friedrich Lübkemann. Er holte alle, die das "grüne Abitur" bestanden haben, auf die Bühne, verteilte Texte und stimmte bekannte Jagdlieder an. "Es ist wie immer,wir Preußen müssen es richten", meinte er nicht ohne Stolz, dass ihm diese Gesangseinlage gelang.

Guten Hunger: Steffi May vom Küchenteam.
  • Guten Hunger: Steffi May vom Küchenteam.
Lars Bögel und seine Schaumburger Trachtenkapelle laufen zur Hoc
  • Lars Bögel und seine Schaumburger Trachtenkapelle laufen zur Hochform auf. Fotos: sig


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt