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Günter Korte (70) will sich aus Altersgründen trennen / Fünf Objekte werden im Internet angeboten

Für 2,2 Mio.: Luhdens Zentrum steht zum Verkauf

Luhden (tw). Mit dem Besitz von Investor Günter Korte steht in Luhden jetzt quasi der komplette Ortskern zum Verkauf. Die Immobilienmakler "Grünewald& Niesing" (Ahaus) bieten das aus Hotel, Wohnhaus, Restaurant, Ladenpassage und Backhaus bestehen de und im Dorf auch "neue Mitte" genannte Ensemble als "Immobilienpaket" für 2,2 Millionen Euro im Internet an.

veröffentlicht am 25.09.2008 um 00:00 Uhr

Günter Korte

Entsprechende Informationen der Landes-Zeitung bestätigt Korte auf Nachfrage. Er sagt: "Ich werde demnächst 71 Jahre, habe also das Alter erreicht, in dem ich mich nicht mehr wie ein besserer Hausmeister um den Komplex kümmern möchte." Zumal er keinen Nachfolger habe. Leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen; immerhin habe er, Korte, in das Projekt neben viel Geld damals auch "viel Herzblut" gesteckt. Das sei auch der Grund, warum er die Immobilien nur im Paket verkaufen und sie nicht "auseinandergerissen" haben will. Noch im April 2007 hatte Korte bei einem Essen mit Ratsmitgliedern im Beisein der Presse allerdings erklärt: "Auch wenn es Angebote gibt, verkaufen würde ich das hier nie." Wie auch immer. Korte jetzt: "Bislang hat es zwei Interessenten gegeben, aber die Sache ist noch nicht konkret." Was offenbar vor allem am Kaufpreis von 2,2 Millionen Euro liegt. "Ob ich den am Ende erziele, weiß ich nicht - aber verschenken werde ich die Immobilien nicht", unterstreicht der einstige Investor. Sollte sich das Ensemble nicht für eine angemessene Summe veräußern lassen, will Korte nach eigenen Worten "jemand anderen finden, der für mich die Verwaltung übernimmt". Im Internet preisen "Grünewald& Niesing" das durch ein Dutzend Fotos illustrierte Luhdener Immobilienpaket unter derÜberschrift "Top-Rendite! Kapitalanleger aufgepasst!" an. Auf einer Grundstücksfläche von 2800 Quadratmeter werden folgende Objekte beworben: "Ein Hotel (Fachwerkgebäude, ehemalige Dorfschule) mit 10 Zimmern und weitere entsprechende und umgebaute Nebenräume. Expansionsmöglichkeiten vorhanden. Das Gebäude wurde vor sechs Jahren Top-Restauriert." "Ein Wohnhaus im Fachwerkstil, wurde vor sechs Jahren erbaut." "Ein Restaurant, ein ehemaliges Bauernhaus, welches zu einer hochwertigen Gaststätte restauriert und ausgebaut wurde, einschließlich vier zusätzlichen Fremdenzimmern im Dachgeschoss." "Eine Ladenpassage mit Cafe und zwei Boutiquen." "Ein historisches Backhaus aus dem Jahre 1860." Laut Makler sollen die Jahreseinnahmen bei derzeit 235 000 Euro liegen. Wie kürzlich berichtet, ist das momentan noch in der Ladenzeile beheimatete Fachgeschäft "Wollissimo" bereits im Umzug nach Bad Eilsen begriffen. Das erst am 15. Februar neu eröffnete "Galerie-Cafe" ist schon wieder geschlossen; die Pächterin hat die Ladenzeile verlassen. Lediglich "Isabels" Frisiersalon befindet sich noch vor Ort: "Ich bleibe", sagt Inhaberin Isabel Wohkittel. Gastronomin Mirjana Jeolovac hält derweil am "Restaurant Mira - Kastanienhof" fest. Sie sagt: "Ich habe einen Pachtvertrag über drei Jahre. Den möchte ich auch erfüllen. Das Haus bleibt auf jeden Fall geöffnet." Zur Erinnerung: Korte hatte 1988 den Kastanienhof von einer Erbengemeinschaft erworben, aufwändig restaurieren und vis-a-vis eine Ladenzeile bauen lassen. Gleiches geschah mit der "Alten Schule", die das gleichnamige Hotel beherbergt. Eigenen Angaben zufolge hat Korte in das Gesamtprojekt "wenigstens 350 000 Euro, wahrscheinlich mehr", investiert. Der Kleinenbremer: "Hätte ich das Geld anders angelegt, hätte ich einen größeren Nutzen davon gehabt - aber das wollte ich nicht, denn ich liebe Luhden." Die Idee, den Ortskern zu dem zu machen, was er heute ist, kam dem Kaufmann, der sein Geschäft mit dem Verkauf von Getränke-, Kaffee- und Snackautomaten machte, als er bei dem Besuch eines Kunden den Berg herunter fuhr - und das alte Gebäude-Ensemble sah. Für seine Verdienste erhielt er im März 2007 eine Ehrenurkunde des Gemeinderates - "als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für Ihre herausragenden Verdienste um die architektonisch meisterhafte Gestaltung des Ortskernes von Luhden. Das Ergebnis ist ein musterhaftes Beispiel gelungener Dorferneuerung, das den Erhalt des ländlichen Charakters, traditionelle Bauweise und wirtschaftliche Nutzung gleichermaßen miteinander verbindet."

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