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Widerstand gegen erhöhte Salzfracht aus der Werra wächst / Rat verabschiedet Resolution

Fünf-Länder-Konferenz soll die Weser retten

Rinteln (wm/TT). Einstimmig hat der Rintelner Rat am Donnerstagabend eine Resolution gegen eine Salzeinleitung in Werra und Weser durch die K+S Kali GmbH beschlossen. Gemeinsam mobil machen außerdem die fünf Anrainerländer: Die Umweltausschüsse von Niedersachsen, Bremen, Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen treffen sich am 15. März im hessischen Baunatal zu einer gemeinsamen Krisensitzung.

veröffentlicht am 03.02.2007 um 00:00 Uhr

Ursula Helmhold (Grüne) fasste das Problem mit gewohnter Prägnanz zusammen: Das Unternehmen berufe sich auf Grenzwerte, die 1942 unter dem Zeichen einer "Kriegswirtschaft" festgesetzt worden seien: "Das kann im 21. Jahrhundert nicht mehr sein." Sie machte auch die ungeheuerlichen Dimensionen dieses Projektes klar: Tausend Jahre lang würden - so die Hochrechnung des Unternehmens - jährlich rund 700 000 Kubikmeter Salzlaugeüber eine Pipeline in die Flüsse geleitet - eine ökologische Katastrophe. Wunderte sich auch Günther Maack (CDU), "dass das in heutigen Zeiten noch möglich sein soll?" Er habe immer geglaubt, so was könne man nur in einer "maroden Wirtschaft wie in der ehemaligen DDR" machen. Gert Armin Neuhäuser (WGS) wies darauf hin, auch in diesem Konflikt gehe es "um knallharte wirtschaftliche Interessen". Er bezweifle, dass das Land Niedersachsen hier genügend Druck werde ausüben können. Sein Vorschlag: Einschalten sollte man auch die Europäische Kommission, die hier mehr Möglichkeiten habe, erste Ansprechpartner seien dann die Europaabgeordneten. Heinrich Sasse (WGS) wies darauf hin, dass er als Kreistagsabgeordneter auch den Landkreis aufgefordert habe, sich in die Reihe der Kommunen gegen die Weserversalzung einzureihen. In der Resolution heißt es unter anderem: Durch die geplante Salzeinleitung "sind elementare Interessen der Anrainer von Werra und Weser betroffen. Zusätzlich konterkarieren die Planungen der Kali GmbH die langjährigen enormen Anstrengungen der Anrainerkommunen wie der Landkreise zur Verbesserung der Wasserqualitätvon Werra und Weser. Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, bei den zuständigen hessischen Behörden eine Beteiligung am weiteren Verfahren mit Nachdruck einzufordern. Die Billiglösung, Werra und Weser als Abwasserkanäle zu missbrauchen, ist bei heute möglichen Techniken nicht mehr akzeptabel". Die Front gegen die erhöhte Salzfracht in Werra und Weser wächst quasi täglich: Anti-Salz-Resolutionen gibt es auch in Hameln, Bad Karlshafen, Uslar, Northeim und Bodenfelde.



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