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Dr. Johannsen übernimmt die Geschäftsführung / Henke kritisiert Vorgehensweise des Gesellschafters

Führungswechsel in Klinik verläuft problemlos

Stadtoldendorf (nig/bs). Der Tag Eins nach der Entscheidung im Kreisausschuss und der Gesellschafterversammlung des Krankenhauses Charlottenstift in Stadtoldendorf verläuft unspektakulär: Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Adolf Nobel, übergibt Dr. Hans-Markus Johannsen, ab sofort Geschäftsführer beider Krankenhäuser im Kreis Holzminden, die Schlüssel fürs Charlottenstift.

veröffentlicht am 01.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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„Wir müssen jetzt Vertrauen aufbauen und eine Kommunikationsbasis aufbauen“, erklärt Landrat Walter Waske, der gemeinsam mit Dr. Johannsen vor die Führungskräfte des Charlottenstifts tritt und ihnen die Entscheidungen erläutert.

„Die Stimmung ist durchwachsen, einige Mitarbeiter haben Schwierigkeiten mit der Situation, andere haben darauf gewartet, dass sie endlich geklärt wird“, wertet Waske die Lage im Krankenhaus Stadtoldendorf. „Ich freue mich, dass die Übergabe so ruhig verlaufen ist“, betont Dr. Johannsen, der bereits am Vormittag intensive Einzelgespräche führt. „Jetzt geht es darum, gemeinsam mit dem Führungsteam zu sehen, dass die Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Holzminden läuft.“

Noch am Montagabend hatte Adolf Nobel den Charlottenstift-Geschäftsführer Marcus Bollmann über die fristlosen Kündigung persönlich informiert, die sowohl der Kreisausschuss als auch in einer nachfolgenden Sitzung die Gesellschafterversammlung des Charlottenstiftes ausgesprochen hatte. Bollmann hatte Nobel daraufhin die Schlüssel für das Haus überreicht. Im Rathaus Stadtoldendorf allerdings sorgt die Kündigung des Charlottenstift-Geschäftsführers Bollmanns für Verärgerung. „Wir sind inhaltlich bestürzt über die Vorgehensweise des Landkreises“, sagt Jörg Henke, derzeit amtierender Verwaltungschef. Stadtoldendorf sei zu den vergangenen Gesellschafterversammlungen nicht mehr eingeladen worden. „Wir lassen prüfen, ob der Beschluss rechtswidrig zustande gekommen ist.“ Dazu solle das Innenministerium als Aufsichtsbehörde des Landkreises eingeschaltet werden. Zumindest das Ergebnis eines neuen Gutachtens zur Zukunft des Charlottenstiftes, das derzeit erarbeitet wird und in Kürze vorliegen soll, hätte man abwarten sollen. „Das hätte offengelegt, ob Geschäftsführer Bollmann im Recht gewesen ist oder nicht.“

Kritisch betrachtet Henke, dass nun der Geschäftsführer eines privatwirtschaftlich geführten Krankenhauses zugleich mit der Führung eines öffentlichen Hauses beauftragt wird, ohne dass weitere Modalitäten, insbesondere zur Zukunft der Mitarbeiter, geregelt wurden. „Aus unserer Sicht ist das kein rechtmäßiger Umgang mit öffentlichem Vermögen.“ Für die Zukunft des Charlottenstiftes trage nun der Landkreis Holzminden die alleinige Verantwortung. Henke: „Wir werden das in Stadtoldendorf weiterhin aufmerksam und kritisch beobachten.“

Das Charlottenstift in Stadtoldendorf steht jetzt unter der Leitung des Krankenhauses Holzminden.



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