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Gemeindehilfsbund: Oberkirchenrat hat nicht gegen die Schrift- und Bekenntnisgrundlagen verstoßen

"Führer-Suspendierung rückgängig machen"

Walsrode/Bückeburg. Die Suspendierung des theologischen Oberkirchenrats der Landeskirche Schaumburg-Lippe, Dr. Werner Führer (wir berichteten), stößt auf innerkirchliche Kritik. Das meldete gestern die Evangelische Nachrichtenagentur "IDEA".

veröffentlicht am 16.06.2007 um 00:00 Uhr

Eine solche Disziplinarmaßnahme sei nach evangelischem Verständnis nur zulässig, wenn der Betroffene bewusst und konsequent gegen die Schrift- und Bekenntnisgrundlage der Kirche verstoße, sagte der Leiter des Gemeindehilfsbunds, Pastor Joachim Cochlovius (Walsrode), gegenüber der Nachrichtenagentur. Dies habe Führer nicht getan. Die schaumburg-lippische Kirchenleitung wirft Führer vor, dass ein gedeihliches Wirken nicht mehr gewährleistet ist. Der 58-jährige Theologe hatte in einem Beitrag den Rücktritt der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann gefordert, nachdem sie ihre Scheidung angekündigt hatte. Der schaumburg-lippische Landesbischof Jürgen Johannesdotter, der Führer von dem Pressegespräch dringend abgeraten hatte, erklärte daraufhin, die Äußerungen des Oberkirchenrats seien keine amtliche Stellungnahme der Landeskirche. Führer entschuldigte sich in einem Schreiben an Bischöfin Käßmann dafür, dass er ihr durch die Weitergabe von Gerüchten geschadet habe. Er hatte behauptet, die Regelversetzung von Pastoren bei Scheidung sei in Hannover zu dem Zeitpunkt abgeschafft worden, als die Ehe der Bischöfin zu kriseln begonnen habe. Laut Cochlovius muss auch in Schaumburg-Lippe der reformatorische Grundsatz gelten, dass geistliche Dinge geistlich mit biblischen Argumenten geklärt und entschieden werden müssen. Bei der Frage, wie man die geplante Scheidung von Margot Käßmann beurteile, gehe es um das kirchliche Selbstverständnis. Gemeinden sollten als Lichter in der Welt leuchten (Phil. 2,15), und Amtsträger ihre geistliche Verantwortung mit einem vorbildlichen Lebenswandel verbinden (1. Tim. 3,2). Führer habe diese neutestamentlichen Grundsätze vertreten, so Cochlovius. Seine Suspendierung müsse sofort rückgängig gemacht werden. Der Gemeindehilfsbund wurde 1992 vom Gründer und langjährigen Leiter des Geistlichen Rüstzentrum Krelingen bei Walsrode, Pastor Heinrich Kemner (1903-1993), ins Leben gerufen. Die 560 Mitglieder und Freunde zählende Organisation will Christen, "die durch nicht schriftgemäßes kirchliches Handeln" angefochten werden, durch Seelsorgeund theologische Orientierung beistehen.



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