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Verein besorgtüber steigende Zahl gefundener Katzen und Hunde / Haussammlung während der Tierschutzwoche

Frustrierte Tierschützer: "So schlimm war es noch nie"

Bad Nenndorf/Rodenberg (bab). Zur Welttierschutzwoche wird der Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf und Umgegend Haussammlungen machen. Die Vorsitzende des Vereins, Jutta Schneider, teilt mit, dass die Mitarbeiter von Donnerstag, 28. September, bis Mittwoch, 4. Oktober, unterwegs sind. Die Sammler können sich ausweisen und sind mit gelben Listen ausgestattet. Straßensammlungen mit Spendendosen gibt es nicht.

veröffentlicht am 26.09.2006 um 00:00 Uhr

Jutta Schneider zeigt die Listen für die Spendensammlung. Foto:

Das gesammelte Geld soll vor allem für die Unterbringung und die Tierarztkosten von gefundenen Katzen und Hunden verwendet werden. Denn die Zahl der Fälle nehme ständig zu, sagt Schneider. "So schlimm wie im Moment war es noch nie", muss sie feststellen. "Ich bin an einem Tag gleich mit neun Katzen beim Tierarzt gewesen." Im Moment machen ihr besonders Populationen aus landwirtschaftlichen Bereichen in Algesdorf, Rehren und Ohndorf Sorgen. Die Tiere werden nicht sterilisiert und vermehren sich unkontrolliert weiter, bis haufenweise scheue Katzen in den Ortschaften umherstreunen. Die Gleichgültigkeit der Halter werde immer schlimmer. Am Ende sei der Tierschutzverein derjenige, der für die Folgen aufkomme. Nur wenn der Besitzer feststeht, kann er für die entstandenen Kosten vom Verein zur Kasse gebeten werden. Auch Hunde machen dem Tierschutz immer häufiger Probleme. Schneider zeigt Fotos der Vierbeiner mit offenen Wunden, Geschwüren, und Karzinomen. Einem Halter hatte der Tierschutzverein bereits zweimal den Hund entzogen, weil er in einem grausamen Zustand war. Trotzdem verlangt die Rechtslage, dass der Hund an seinen Besitzer zurückgegeben werden muss. Schneider kann etliche dieser Geschichten erzählen. Die ehrenamtliche Tätigkeit in dem Verein artet zu einer wahren Sisyphosarbeit aus. "Es ist manchmal frustrierend, was die Tierschützer leisten und machen", sagt Schneider. Wie vielen Tieren der Verein auch hilft, immer wieder gibt es neue Fälle. Und sie werden mehr und mehr. Auch für diese Arbeit vor Ort ist die Spendensammlung gedacht.

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