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Protest gegen Idee, die Hallengebühren auf die Sportvereine umzulegen

Frühmark schlägt Alarm: "Will SPD örtliche Sportvereine ruinieren?"

Rinteln (wm). Die Ankündigung der SPD-Ratsfraktion nach ihrer Klausurtagung, die Hallengebühren kämen auf den Prüfstand (wir berichteten), hat die Sportvereine in Alarmstimmung versetzt.

veröffentlicht am 20.06.2008 um 00:00 Uhr

Zurzeit kassiert der Landkreis Schaumburg jedes Jahr rund 70 000 Euro von der Stadt dafür, dass die Sportvereine die kreiseigene Sporthalle an der Burgfeldsweide und an der Hauptschule am Ostertor benutzen. Mit derÜbernahme dieser Hallengebühren sponsert die Stadt Rinteln damit indirekt all die Sportvereine, die in diesen Hallen Übungsstunden abhalten. Als Erster reagierte der CDU-Ratsherr Thorsten Frühmark auf die SPD-Initiative und äußerte sich ziemlich drastisch: "Die Abwälzung der Hallengebühren wird zur Vernichtung der Vereine führen." Offenbar mache sich die SPD keine Gedankenüber die Beitragsstruktur der Vereine, die solidarisch aufgebaut sei. Das bedeute, erwachsene Mitglieder zahlen höhere Beiträge, damit Kinder und Jugendliche zu günstigen Tarifen Sport betreiben können: "Letztlich holen die Vereine damit die Kinder und Jugendlichen von der Straße" - was genaugenommen Sozialarbeit sei, so Frühmark. Und: "Der Vorschlag des SPD-Fraktionsvorsitzenden ist ein Schlag in das Gesicht des Ehrenamtes." Unlogisch sei das Konzept auch aus anderen Gründen: Danach müssten auch andere Vereine Gebühren zahlen. Beispielsweise die DLRG, die das kreiseigene Hallenbad nutzt, dafür 50 Cent Eintritt pro Jugendlichem bei Trainingsstunden entrichtet, die aber von der Stadt rückvergütet werden. Zahlen müssten bei konsequenter Anwendung der SPD-Idee dann auch die Fußballer, deren Sportplätze am Steinanger zurzeit kostenaufwendig saniert werden. Welch wichtige Funktion Vereine für die Stadt über den Sport hinaus übernähmen, habe deutlich der Volksbanklauf gezeigt, der eine erstklassige Werbung für die Stadt war, betonte Frühmark. Vor nicht langer Zeit habe man in der SPD ja auch laut darüber nachgedacht, aus Kostengründen einige Feuerwehren in den Ortsteilen abzuschaffen. Hier sollte sich die Politik davor hüten, am falschen Ende zu sparen. Denn auch die Feuerwehren leistetenüber den Brandschutz hinaus eine effektive Jugendarbeit und einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Frühmark: "Mag die SPD ihren Vorschlag dem runden Tisch des Sports präsentieren, dann wird sie schnell erkennen, auf welchen falschen Weg sie da geraten ist."

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