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Mahnmal: Vorschläge für Themen und Orte

Frühere Synagoge rückt in den Focus

Stadthagen (han). Mahnmal-Koordinator Günter Schlusche (Berlin) sagte, es herrsche noch immer ein große Unwissenheit darüber, was sich in der Zeit von 1933 bis 1945 im Schaumburger Land ereignet hat. Und: Das Erinnerungsprojekt solle sich mit allen Opfergruppen auseinander setzen. Andreas Kraus, Lehrer für Philosophie und Politik amStadthäger Ratsgymnasium, schlug dazu folgende Orte und Themen vor:

veröffentlicht am 30.11.2007 um 00:00 Uhr

Die ehemalige Synagoge in Stadthagen eigne sich für die Beschäftigung mit den Schaumburger Juden. Denkbar sei ein Ausstellungsraum mit Materialien und historischen Dokumenten. Das "Bauernhaus" in Lauenhagen sei ein geeigneter Ort, um sich mit den Zwangsarbeitern in der NS-Zeit auseinander zu setzen. In Obernkirchen solle eine Auseinandersetzung mit den politisch Verfolgten stattfinden. In Stadthagen und Rinteln könne in Kooperation mit der "Lebenshilfe" und den Gesundheitsämtern ein Ort für die Beschäftigung mit der NS-Verfolgung behinderter und psychisch Kranker aus der Region geschaffen werden. Das Staatsarchiv in Bückeburg sei geeignet für die Auseinandersetzung mit der Herrschaftsstruktur des Nazi-Regimes. Ein Denkmal dürfe nicht mitten auf dem Marktplatz stehen, sondern "im Abseits". Begründung: Man müsse dort hingehen wollen. Der Ort solle Raum und Ruhe für die Beschäftigung mit den Nazi-Opfern ermöglichen. Rolf Keller von der "Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten" erläuterte, inwieweit die Stiftung beim Erinnerungsprojekt helfen kann. Gefördert werden nur Projekte, keine Denkmale. Die finanzielle Unterstützung ist eine Fehlbedarfsfinanzierung. Die Stiftung erwartet, dass ein Großteil der fehlenden Mittel aus der Region kommt. Die pädagogische Abteilung der Stiftung bietet ihre Hilfe an. Rolf-Bernd de Groot (Geschichts-Arbeitskreis der "Schaumburger Landschaft") gab einenÜberblick über bestehende Erinnerungsorte in Schaumburg. Der Fachmann zeigte in seinem Diavortrag Mahnmale, Gedenksteine, Tafeln und Friedhöfe und ergänzte die Bilder mit detaillierten Erläuterungen. De Groots Resümee: "Es existiert bereits eine Menge an Literatur, Gedenkorten, authentischen Orten und dezentralen Möglichkeiten, sich mit der NS-Zeit kritisch auseinander zu setzen." Jürgen Lingner, Leiter der AG "Juden in Stadthagen", stellte weitere Schaumburger Erinnerungsorte und insbesondere die Stadthäger Synagoge vor. Nach dem Krieg hat die Firma Böger die Synagoge als Lager benutzt. Seit kurzem wird dieser Lagerraum nicht mehr benötigt. Zudem sei die Familie Böger bereit, die Synagoge neuen Zwecken zur Verfügungen zu stellen. Hier könne die Geschichte der Juden in Schaumburg beleuchtet werden.



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