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Im 125. Jahr ist der MGV Lauenstein nur noch ein reiner Gesangverein / Altersstruktur macht den Sängern Sorgen

Früher wurde im Sommer lieber geturnt statt gesungen

Lauenstein (top). „Heut ist ein besonderer Tag”: Getreu diesem Liedtext von Karl-Heinz Weber-Müllenbach feierten die Sänger des Männergesangverein Lauenstein mit über 75 Freunden und Gästen ihr 125-jähriges Bestehen. Das Singen im Verein über eine so lange Zeit aufrecht zu erhalten, sei gar nicht so einfach gewesen, wie der erste Vorsitzende Peter Zeisberg in seinem Rückblick wissen ließ.

veröffentlicht am 16.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 15:21 Uhr

1884 gründeten sport- und musikbegeisterte Lauensteiner Männer den „Männer-Turn- und Gesangverein“. Damals wurde noch im Sommer geturnt und im Winter gesungen. Doch schon wenige Jahre darauf vollzog sich die Trennung dieser beiden Richtungen und der Part der Sportler löste sich von den Sängern.

Doch nicht nur das Singen stand bei den aktiven Männern auf dem Programm. Mit Tanzvergnügen, Gesangsdarbietungen oder auch Theateraufführungen überzeugte der Männergesangverein um die Jahrhundertwende. Das größte Problem seinerzeit sei die Beschaffung von geeigneten „Fuhrwerken“ gewesen, um die Männer an den Veranstaltungsort zu bringen, wie Peter Zeisberg in seiner Ansprache schmunzelnd mitteilte.

Während der Weltkriege fanden keine Zusammenkünfte mehr statt, so dass nach einem neuen Start im Jahr 1919 und dem Anstieg der Mitgliederzahlen auf etwa 50 Personen bereits ab 1938 das Singen wieder eingestellt werden musste. Acht Jahre später fanden sich die Mitglieder wieder zusammen und bereits im Juni 1949 konnte ein großes Sängerfest anlässlich des 65-jährigen Bestehens gefeiert werden.

Die Folgejahre des Singens waren vor allem durch Tiefen geprägt. Die Lauensteiner Sänger hatten es schwer, ihre Übungsabende wegen mangelnder Beteiligung regelmäßig durchzuführen. Erst im Jahr 1979 wünschte sich der seinerzeit neu gewählte erste Vorsitzende Ulrich Turowski, wieder regelmäßig zu singen. Nach der Schließung des Vereinslokals „Zum Löwen“ stellte Ulrich Turowski seinen Hobbykeller als Übungsraum zur Verfügung, welcher auch heute noch für diesen Zweck genutzt wird.

Der Männergesangverein ist der älteste, noch aktive Verein in Lauenstein. Und dies spiegele sich leider auch in der Mitgliederstruktur wider. „Mit einem Altersdurchschnitt von 74,5 Jahren wäre eine Verjüngung des Chores wünschenswert“, sagte Peter Zeisberg. „Allerdings haben wir auch große Schwierigkeiten bei der Gewinnung von neuen Mitgliedern“, fügte der Vorsitzende hinzu. Bei anstehenden öffentlichen Auftritten wie dem Lampionfest, den Sonntagskonzerten oder zum Volkstrauertag könne man Unterstützung beim Lauensteiner MGV gut gebrauchen, war sich Zeisberg sicher.

Dem konnte sich der stellvertretende Gemeindebürgermeister und Mitsänger Horst Wichmann nur anschließen. „Denn Singen macht Freude, ist gesund und fördert die Geselligkeit“, betonte Wichmann. Und diese Freude merkte man den Sängern beim Vereinsgeburtstag auch an. Als erster Gratulant ließ es sich der gemischte Chor Harmonie nicht nehmen, den Männergesangverein musikalisch zu unterstützen.

„Eine Kooperation der Vereine mit gemeinsamen Übungsabenden und Auftritten wäre schön“, wünschte sich die Harmonie-Vorsitzende Gisela Bockstiegel für die Zukunft – um auch künftig eine musikalisch starke Präsenz zu zeigen.

Gemeinsames Singen stand auch bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen des MGV Lauen-stein im Mittelpunkt.

Foto: top



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