weather-image
22°
Nächsten Freitag startet Obernkirchens Frühlingsmarkt / Jahrmärkte verlieren überall an Anziehungskraft

Früher Massenattraktion - heute Familienmarkt

Obernkirchen (clb). Am nächsten Freitag ist es wieder so weit: Der alljährliche Frühlingsmarkt öffnet auf dem Markt- und Kirchplatz wieder seine Tore für alle Besucher. Die Stadt Obernkirchen, die Firma Steuer Karussellbetriebe als Marktveranstalter sowie die einzelnen Händler beginnen um 16.30 Uhr mit einem kleinenUmtrunk und Empfang im Rathaus. Offiziell wird der Markt dann eine halbe Stunde später eröffnet, wenn auch der Bürgermeister sowie Mitglieder aus Rat und Verwaltung wieder ihre Runden in den Karussells drehen und anschließend zu einem Marktrundgang aufbrechen.

veröffentlicht am 28.03.2008 um 00:00 Uhr

Hoffen auf gutes Wetter und viele Marktbesucher (v.l.): Ursula S

Rund 30 verschiedene Buden mit Essen, Getränken, Schmuck und Accessoires sowie vier Fahrgeschäfte sind diesmal fest eingeplant. Dazu gehören Musik-Express, Autoscooter, ein Kinderkarussell und der Babyflug. Und vielleicht kommt sogar noch eine Simulator-Anlage hinzu, verrät Ursula Steuer bei einem Pressegespräch am Mittwochvormittag im Rathaus, bei dem auch Bürgermeister Oliver Schäfer und Marktorganisator Rolf-Bernd de Groot anwesend waren. Dennoch hat sich das Marktgeschehen in den letzten Jahren deutlich verändert. Ursula Steuer, die in der fünften Generation den Familienbetrieb übernommen hat, kann ein Lied davon singen. "An so einem Wochenende bekommen wir gerade mal unsere Unkosten rein, können das Personal bezahlen und haben dann noch ein bisschen zum Leben übrig", erzählt sie. Die Blütezeit des bunten Jahrmarkttreibens sei in den 50er- und 60er Jahren gewesen. Die Zeiten, wo Jugendliche ihre Ersparnisse fürs Karussellfahren ausgeben, sind also längst vorbei. "Heute geben die jungen Leute ihr Geld für Handys und Computerspiele aus, aber nicht mehr für Kirmes." Die gleichen Beobachtungen haben auch Schäfer und de Groot gemacht. "Der Jahrmarkt ist nicht mehr die Attraktion, die er mal war", bemerkt Schäfer und erinnert sich dabei an seine eigene Jugend: "In der 70er Jahren war die Stadt immer rappelvoll. Wenn man sich alte Bilder anschaut, kann man überall nur Menschentrauben sehen." Dass sich auch die sozialen Leistungen völlig verschoben hätten, ergänzt de Groot. "Früher waren solche Märkte noch Kontaktpunkte. Orte, an denen man Bekanntschaften schließen konnte. Heute gibt es dafür das Internet..." Wie dem auch sei, für den diesjährigen Obernkirchener Frühlingsmarkt - der wievielte es für sie ist, kann Ursula Steuer schon gar nicht mehr zählen - wünschen sich Schausteller, Händler und Organisatoren gutes Wetter und viele Besucher. Natürlich sei die Obernkirchener Kirmes nicht mit den Jahrmärkten in Bückeburg, Stadthagen oder Rinteln zu vergleichen, die allein schon viel bessere räumliche Bedingungen aufweisen, räumt Ursula Steuer ein. Viel mehr soll der Frühlingsmarkt eine Veranstaltung für Familien sein, die einen gemütlichen Sonntagnachmittagsbummel durch die Altstadt unternehmen möchten. Dass man sich langfristig Gedanken machen müsse, wie der Frühlingsmarkt (der Barbarossa-Markt im Herbst ist davon nicht so sehr betroffen) wieder aufgewertet und für Besucher attraktiver gestaltet werden kann, darin waren sich sowohl Schäfer und de Groot als auch Ursula Steuer einig. Schäfer regte dazu an, den Markt im kommenden Jahr eventuell mit eigenen kleinen Veranstaltungen oder Ständen zu ergänzen. Der Aufbau der Karussells beginnt am Dienstagnachmittag, ab Mittwoch werden dann dieübrigen Stände aufgestellt. Der Wochenmarkt am Freitag wird in den La-Flèche-Park verlegt. Während des Frühlingsmarktes soll diesmal kein verkaufsoffener Sonntag in der Innenstadt stattfinden, dafür gibt es am Montag, 7. April, wieder einen Familientag mit ermäßigten Karussellfahrten und anderen günstigen Angeboten. Geöffnet haben die verschiedenen Stände und Fahrgeschäfte täglich von 14 bis 22 Uhr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare