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Europaweiter Tag der Vogelzugbeobachtung / Star beim „Internationalen Birdwatch“ am häufigsten gemeldet

Frühaufsteher auf der Suche nach Kranich und Wildgans

Großenwieden (ubo). Es ist frisch und stürmisch, als die sieben Vogelfreunde und der Vogelbeauftragte des Nabu Hessisch Oldendorf, Hans Arend, sich morgens am Großenwiedener Fähranleger treffen. Nicht früher Vogel fängt den Wurm, sondern Frühaufsteher entdecken Vögel ist das Motto der Männer, die gekommen sind, um den Vogelzug im Rahmen des „World Birdwatch“ zu beobachten.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 15:03 Uhr

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Der Nabu Hessisch Oldendorf/Hameln richtet diesen Tag, der international im letzten Oktoberwochenende angesiedelt ist, in Großenwieden aus. Hans Arend bedauerte in diesem Zusammenhang, dass der Tag des Vogelzuges international und nicht regional festgelegt werden kann. So dämpfte er auch die Hoffnung, Vögel zu sehen. „Zum einen ist das Wetter recht stürmisch, zum anderen sind die typischen Zugvögel wie Kranich und Wildgans noch nicht zu sehen“, erklärt Arend.

Unverdrossen machten sich die Interessierten dennoch mit wetterfester Kleidung und Ferngläsern auf den Weg an den Großenwiedener Kiesteichen entlang. Obwohl die Teiche einen sehr guten Rastplatz für die Zugvögel bieten, sind an diesem Morgen lediglich Haubentaucher, Enten und Schwäne zu sehen. Große Aufmerksamkeit erregte ein großer Schwarm von rund 60 Kormoranen. Doch statt zu landen, starteten die Vögel durch und kreisten über den Teichen. Hans Arend vermutete, das die Umgebung und auch die Anwesenheit der Gruppe die Tiere störten. Auch ein Autofahrer, der ständig hupte, wird die Tiere nicht beruhigt haben, so Arend.

Die Interessierten nahmen die fehlenden Zugvögel gelassen hin. Ihnen blieb ein rund zweistündiger Spaziergang an den Großenwiedener Kiesteichen.

Bundesweit ruhiges Birdwatch-Wochenende

Auch bundesweit verlief das „Birdwatch-Wochenende“ in diesem Jahr sehr ruhig, kommentierte der Ornithologe und Nabu-Vogelschutzexperte Markus Nipkow die ersten Ergebnisse, die bis Sonntagnachmittag um 17 Uhr vorlagen. Gemessen an der Zahl der bisher ausgewerteten Meldungen wurde gegenüber dem letzten Jahr nur etwa ein Viertel an ziehenden Vögeln registriert.

„Wir erwarten zwar noch etliche Meldungen von Vogelfreunden, die an einer der rund 100 Birdwatch-Exkursionen teilgenommen oder auf eigene Faust Zugvögel beobachtet haben, doch insgesamt scheint es in Deutschland ein Wochenende mit nur geringem Vogelzug gewesen zu sein“, so die erste Bilanz Nipkows.

Auf Platz eins der Meldungen landete erneut der Star, der Anfang Oktober traditionell in besonders großen Schwärmen bei uns anzutreffen ist. Zu den am häufigsten gemeldeten Vögeln zählten außerdem Graugänse, Stockenten, Kiebitze und Buchfinken. Der Birdwatch bietet auch Gelegenheit, besondere Vorkommnisse zu registrieren wie verspätete Mauersegler, die meist im August ihre Brutgebiete verlassen.

Aufmerksamkeit erregte ein großer Schwarm von rund 60 Kormoranen. Doch statt zu landen, starteten die Vögel durch und kreisten über den Teichen.

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