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7. Schaumburger Erbrechtstage: Steuern sparen und Streit vermeiden

"Früh geben mit warmer Hand"

Stadthagen (dil). "Unternehmen vererben, da haben wir es mit einem gewaltigen Verdrängungsproblem zu tun", hat Professor Klaus Michael Groll zum Abschluss der 7. Schaumburger Erbrechtstage, veranstaltet von der Sparkasse, festgestellt.

veröffentlicht am 27.02.2008 um 00:00 Uhr

Unternehmen richtig vererben: Professor Klaus Michael Groll gibt

"Nur 50 Prozent der Unternehmerüber 60 Jahre treffen Vorkehrungen, darunter sind es nur 25 Prozent." Eine Gefahr mit breiter Wirkung, denn Familienunternehmen stellten einen beträchtlichen Teil der Arbeitsplätze in Deutschland, hätten aber eine schlechte Lobby beim Gesetzgeber. Die Erbschaftsteuerreform sei geprägt von einem tiefen Misstrauen einiger Politiker gegenüber Unternehmern, stellte Groll fest. "Man muss die Kinder rechtzeitig zur Übernahme motivieren, aber auch loslassen können und nicht erst, wenn dem Senior die Luft ausgeht", mahnte Groll vor diesmal nicht vollbesetzten Reihen. "Mit fachkundiger Hilfe sollte man einen Maßanzug für das Unternehmen finden. Wer das nicht plant, handelt lieblos gegenüber der Familie, verantwortungs- und kulturlos", sagte Groll. "Das Geld könnte verprozessiert werden, die Kinder könnten heillos zerstritten sein. Dem Raubritter Finanzamt möglichst wenig überlassen und Frieden in der Familie stiften, sollte das Ziel sein." Da die Union wieder Sand ins Getriebe der Erbschaftsteuerreform gestreut habe, trete diese wohl erst im Juli in Kraft, vermutete Groll. Bis dahin könne man noch einiges tun. Sonst drohe, dass im ungünstigen Fall zum Beispiel bei Wertpapieren Erbschaftsteuer, Einkommensteuer und die Auszahlung von Pflichtteilen an enterbte Kinder das Erbe komplett aufzehren. Auch durch Herausziehen von Betriebsvermögen in ein Erbteil für das zweite Kind könne das Unternehmen existenzbedrohend geschwächt werden. Und das Finanzamt schlage dabei ebenfalls zu. Groll riet zum frühzeitigen "Geben mit warmer Hand" - planbar, teilbar und ohne Pflichtteilprobleme. Wer damit mehr als zehn Jahre vor dem Todesfall beginne (lebzeitige Übertragung), könne den Erben ein zweifaches Ausnutzen von Freibeträgen sichern. Doch immer solle der Vererber im Auge behalten, dass er versorgt bleibt. Einfluss auf den Unternehmensfortgang könne er sich zudem vertraglich sichern.



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