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Zu: „Heftige Kritik an Baugebiet-Planung“, vom 12. November

Frischer Wind ist nötig

Wird das ein Schönes Wohnen? Auf der Bad Pyrmonter Bauausschusssitzung wurde klar: Die Planer verlegen die Abwasserkanäle der Mehrfamilienhäuser auf den kleinen Privatgrundstücken. Über diesen Kanälen dürfen die Eigentümer dann nichts pflanzen.

veröffentlicht am 25.11.2020 um 18:28 Uhr

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Das Regenrückhaltebecken kommt an den höchsten Punkt des Geländes. Deshalb füllt man die Hälfte des Baugebietes mal eben um einen halben Meter auf. Es gibt keine Lärmschutzwand zu Aldi, den Lärm soll das Regenrückhaltebecken und der Abstand zu den Mehrfamilienhäusern abhalten? Dabei wurde auf der Zeichnung deutlich, dass Aldi bis an die Hauswand der Mehrfamilienhäuser schallt. Öffnungszeiten des Aldi: von Montag bis Samstag von 7 bis 21 Uhr = Lärm an den Mietwohnungen Montag bis Samstag, mit Anlieferungen und abfahrenden Kunden, früher als 7 Uhr, länger als 21 Uhr. Schönes Wohnen?

Die Mietshäuser waren ursprünglich an einer anderen Stelle geplant, zu Penny und zum Schützenplatz ausgerichtet, die kleinen Einfamilienhäuser waren in einer lockeren Planung von der Schanze nach Süden angelegt, passend zum bestehenden Baugebiet ‚Am Stücke‘. Die Argumentation, nun barrierefreie Bungalows hinter Penny zu planen, liegt am Lärm des Einkaufsmarktes: Öffnungszeiten Montag bis Samstag von 7.30 bis 21 Uhr, Lärm von Anlieferung und Kunden Montag bis Samstag vor 7.30 bis nach 21 Uhr. Der Lärm ist so stark, dass eigentlich eine Schutzwand von 3,5 Metern gebaut werden sollte. Zu hoch, erklärt der Planer, da kann man als Investor nicht mehr genügend Häuser bauen, um auf seine Kosten zu kommen. Also wird ein halber Meter Erde aufgeschüttet und eine Lärmschutzwand von nur zwei Metern gebaut. Wenn dahinter nur niedrige Bungalows gebaut werden dürfen, reicht das an Schallschutz rein rechnerisch aus. Schönes Wohnen? Die Kaufinteressenten glauben, sie ziehen in ein Wohngebiet, aber der Planer hat es deutlich gesagt: Die Lärmbelästigung entspricht einem Mischgebiet. Die Baukörper werden so klein geplant, dass die Häuser nicht die gleiche Größe bekommen werden wie die ‚Am Stücke‘. Dafür darf man außerhalb des Baukörpers keine Garagen bauen, sondern nur Carports ohne Wände.

Die Niedersächsische Bauordnung verlangt eine Durchlüftung der Innenstädte, weil es in den letzten Jahren immer heißer geworden ist. In Pyrmont gibt es drei Stellen, an denen der Wind in die Innenstadt fließt: über den Vogelreichsweg, über den Kurpark und über die Schanze auf der Höhe von Aldi, weil nur da der Hang die Neigung zur Stadt hat. Deshalb ist es so gefährlich, diese Luftschneisen zuzubauen. Nicht für das Baugebiet selbst, sondern vor allem für die Qualifikation als Tourismusziel/Kurort. 2018 wurde die Stadt neu qualifiziert, die Voraussetzungen sind den Ratsleuten nicht bekannt gemacht worden. Wir erinnern uns: Die Brunnenstraße wurde zur Fußgängerzone, weil die Luftverschmutzung so groß war, dass Pyrmont sein „Bad“ verlieren sollte. Ist es das, was Bauoberrat Schmidt mitteilen wollte: „alte Zöpfe abschneiden“ und das Stadtgebiet nachverdichten. Dann bleibt am Ende allen Bürgern die frische Luft weg. Frischer Wind in Pyrmont ist nötig, vor allem im Rathaus.



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