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Die Neuen im Rat: Thorsten Kretzer (37) will die Interessen Extens zur Sprache bringen

Frisch gebackener Vater, begeisterter Fußballer

Exten (cok). Der große schlaksige Rechtsanwalt Thorsten Kretzer aus Exten gehört mit seinen 37 Jahren zu den jüngsten Mitgliedern des Stadtrats, aber wenn man ihn nach seinem Alter fragt, sagt er lachend: "Gefühlte 50". Er trägt Jeans und T-Shirt, ist gerade Vater geworden, und in der CDU, der er angehört, gilt der begeisterte Fußballer als einer, der sich besonders für die Sportstättenförderung einsetzt.

veröffentlicht am 12.10.2006 um 00:00 Uhr

Neu im Rat: Thorsten Kretzer.

Als er im Jahr 2001 darauf angesprochen wurde, ob er nicht für den Ortsrat kandidieren wolle ("Thorsten, mach Du das mal!"), da rechnete er sich nicht die geringste Chance aus und wurde dann prompt der Ortsbürgermeister. "Das war schon ein kleiner Schock", sagt er. Im Ort aber freute man sich über den jungen kommunikativen Nachwuchspolitiker, dessen Familie so vertraut am Eisenhammer eine Landwirtschaft betrieben hatte, und es war klar, dass man ihn so schnell nicht wieder loslassen würde. Nun hing Thorsten Kretzer schon immer sehr an seinem Heimatort und kam auch in der Zeit seines Jurastudiums in Hannover ganz oft im klapprigen Golf nach Hause gefahren, um seine Freunde zu treffen, Fußball zu spielen und der "kühlen Juristenszene" in der Landeshauptstadt eine Weile zu entkommen. Gerne schloss er sich nach dem Examen mit den befreundeten Anwaltskollegen Michael Box und Norman Inoue in einer Anwaltskanzlei in Rinteln zusammen. So familiär manchmal die Aufgaben eines Ortsbürgermeisters aussehen, zum Beispiel bei den Seniorenfahrten, an denen er unbedingt als Begleiter teilnimmt, so hat er sich auch beruflich auf das Familienrecht konzentriert, wobei man, wie er sagt, in einer kleinen Stadt sowieso automatisch zu einem Wald- und Wiesenanwalt wird. "Der Anwaltsberuf ist hier ein Traumjob. Man ist immer am Puls der Zeit, hat mit allen Aspekten des Lebens zu tun, vom Schimmelpilz in der Wohnung über Verkehrsunfälle bis hin zu manchmal ganz extremen Scheidungsgeschichten. Und man kann ganz konkret etwas bewirken." Ein Wochenende ohne Büro kommt allerdings nur sehr selten vor, und da das, wenn man nicht aufpasst, an die Substanz geht, wird der Stadtratsneuling, so hat er es jedenfalls vor, im Rat eher in der zweiten Reihe sitzen. "Natürlich will ich mich einbringen, aber ich will mich möglichst nicht zu sehr reinziehen lassen", sagt er. Ihm geht es darum, die Interessen Extens zur Sprache zu bringen und dafür zu sorgen, dass der Sport in den Ortsteilen zur Entfaltung kommen kann. "In unserem Umfeld sollte es keine ausgesprochene Parteipolitik geben. Es geht darum, gute Kommunalpolitik zu machen." Was ihm speziell am Fußball so förderungswert erscheint: "In solchen Mannschaftssportarten treffen sich alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Vor allem die jungen Leute erwerben sich soziale Kompetenz, sie lernen sich durchzusetzen und dabei trotzdem im Interesse der Mannschaft andere auch vorzulassen." Und genau das sind ja auch seine eigenen Werte.

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