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Vom Tabu zur Normalität: Friedhofs- und Grabgestaltung

"Friedhof ist kein trauriger Ort"

Gelldorf (jaj). Gepflegte, ja beinahe parkähnliche Landschaften sind auf der Leinwand zu sehen. Die liebevolle Gestaltung und die Bepflanzung versprühen Ruhe und Frieden. Und doch beschäftigen sich die meisten Menschen nur ungern mit dem, was Referentin Ulrike Tubbe-Neuberg von der Landwirtschaftskammer Hannover in Eggelmanns Hofcafé zeigt: Friedhofs- und Grabgestaltung.

veröffentlicht am 22.11.2008 um 00:00 Uhr

Ulrike Tubbe-Neuberg

"Jeder möchte das Thema am liebsten weit wegschieben", erläutert die Referentin in ihrer Einführung, "aber das kann man ja gar nicht", fügt sie hinzu. Man sollte sich vielmehr frühzeitig Gedanken über eine Bestattung machen, und sich auch mit seiner Familie über das ungeliebte Thema Beerdigung unterhalten. Denn die Möglichkeiten für die letzte Ruhe sind äußerst vielfältig. Die Grabgestaltung hat sich in den letzten Jahren verändert. Auf den Friedhöfen sind immer häufiger Gräber zu finden, die mit Kies und Marmorplatten bedeckt sind und nur zu einem kleinen Teil mit wechselnder Bepflanzung. "Auch da gibt es kein richtig oder falsch", versichert die Referentin. Die traditionelle Gestaltung sei jedoch die Bepflanzung der Ruhestätten. "Dabei sollten 25 Prozent der Fläche für die Rahmenbepflanzung eingeplant werden", erklärt Tubbe-Neuberg. Dazu zählen größere Büsche und Bäume, die zur Begrünung und Umrahmung des Grabsteines dienen. Geeignete Nadelgehölze seien zum Beispiel die Nest-Fichte und der Lebensbaum, von den Laubgehölzen kommen die Zwergbirke und der Buchsbaum in Frage. "Die Auswahl an geeigneten Pflanzen ist groß", erklärt Tubbe-Neuberg. Es sei jedoch wichtig, die Licht- und Bodenverhältnisse der Grabstätte zu berücksichtigen. Außerdem sei es empfehlenswert langsam wachsende Pflanzen auszuwählen, da diese langfristig an die Größe der Grabsteine angepasst bleibt. Weitere 60 Prozent der Fläche sollte mit Bodendeckern wie Efeu oder Pachysandra, auch "Dickmännchen" genannt, und die übrigen 15 Prozent mit wechselnden Blühpflanzen bestückt werden. Bei den Blühpflanzen sei die Auswahl von der Jahreszeit und den Lichtverhältnissen abhängig. "Auch da ist erlaubt, was gefällt", versichert die Referentin. Alpenveilchen und fleißige Lieschen seien genauso geeignet wie Stiefmütterchen und, gerade jetzt im Winter, Astern. Welche Bestattungsarten und Bepflanzungsvorschriften es gibt, sei dabei von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich und werde in der jeweiligen Friedhofssatzung festgelegt. Für alle Varianten gilt für Ulrike Tubbe-Neuberg eines: "Ein Friedhof ist ein Ort der Trauer, aber kein trauriger Ort!"

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